Immer noch rücken russische Truppen in den Donbass vor. Besonders schwierig ist die Situation in Luhansk. Der Gouverneur der Region, Serhij Gajdaj, rechnet in den kommenden Tagen nicht damit, dass russische Truppen die Kontrolle über die Region übernehmen werden: “Wir werden genug Kraft und Mittel haben, um uns zu verteidigen.” nicht umzingelt werden.“ Denn russische Soldaten sind bereits in Siewerodonezk einmarschiert, die größte Stadt im Donbass, die noch von der Ukraine gehalten wird.
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Simone Leonhartsberger (Text), Akos Heves (Bild), Anna Schandl (Redaktion), alle ORF.at/Agenturen
Seit Tagen versuchten sie, die ukrainischen Streitkräfte in die Stadt zu locken, sagte der Gouverneur. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht eine schwierige Lage im Donbass. Aber er war kämpferisch: “Der Donbass wird ukrainisch sein.” Nur die ukrainische Flagge und keine andere Flagge wird wehen.
In der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Donbass räumte die ukrainische Armee jedoch einen Rückschlag ein. Der Feind “versucht, sich im Lyman-Gebiet niederzulassen” und bombardiert bereits Städte außerhalb der Stadt, heißt es in einem Bericht des ukrainischen Generalstabs vom Samstag. Tags zuvor hatte der Generalstab Lyman die Kämpfe gemeldet und mitgeteilt, dass russische Truppen versuchten, ukrainische Verteidiger zum Verlassen der Stadt zu zwingen. Berichten zufolge haben prorussische Separatisten Lyman am Freitag festgenommen.
Die ukrainisch-orthodoxe Kirche bricht mit Moskau
Der Krieg hat auch Auswirkungen auf die Kirche. Die ukrainisch-orthodoxe Kirche hat ihre “vollständige Autonomie und Unabhängigkeit” von Moskau erklärt. Man ist mit der Position des Moskauer Patriarchen Kyrill nicht einverstanden. Kirill, Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, steht fest hinter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. In jüngerer Zeit hatte der Druck innerhalb der Kirche in der Ukraine zugenommen, mit Moskau zu brechen.
Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski drängte derweil den Westen, die Ukraine mit schweren Waffen zu beliefern. “Wenn die Ukrainer die geforderten Waffen nicht bekommen, werden sie bald wieder um Kiew kämpfen”, sagte der 58-Jährige der Bild (Samstagausgabe). Er glaubt, dass westliche Politiker mehr Angst vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin haben. “Sie denken, sie befinden sich nicht im Krieg. Deshalb glauben sie auch, dass die Lieferung bestimmter Waffen zu einer Eskalation führen oder sie in eine Kriegspartei verwandeln könnte.”
Debatte: Wie erreicht man Frieden?
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine endet nie, eine Lösung ist nicht in Sicht. Wie kann der russische Präsident Wladimir Putin an den Verhandlungstisch gebracht werden? Wie kann dem Frieden besser gedient werden: durch militärische Gewalt oder Diplomatie? Wiederholen sich die Debatten des Kalten Krieges jetzt?
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