Grafenegg: Wolkenturm trotz Bewölkung

Die Ungewissheit des Wetters ist Grafenegg gewohnt. Dennoch entpuppte sich der Freitag als Nervenprobe für alle Beteiligten. Lange Zeit war unklar, ob die alljährliche Sommernachtsgala wirklich im Turm der Wolken stattfinden kann. Mittags ging die Konzertleitung noch davon aus, dass die Gala in den Zuschauerraum verlegt werden müsste. Die Konzentration der Wolken herauszufordern und sich für einen Ausflug im Freien zu entscheiden, hat sich ausgezahlt. Im Gegensatz zur Regen-Generalprobe versiegte die Gala sowohl am Donnerstag als auch am Freitag.

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Grafenegg startet erstklassig in den Sommer

Eröffnet wurde die 16. Ausgabe des Konzerts wie immer von Rudolf Buchbinder, dem künstlerischen Leiter von Grafenegg, und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Aus diesem Anlass erinnerte Mikl-Leitner in diesem Jahr an das 100-jährige Jubiläum Niederösterreichs als eigenständiges Bundesland und „dass Niederösterreich es immer verstanden hat, historische Zäsuren zu nutzen. Auch Kunst und Kultur spielen eine wichtige Rolle. Grafenegg ist dafür ein gutes Beispiel.“

Dass sich die Sommernachtsgala in Grafenegg in ihrer 16-jährigen Geschichte bereits zu einem Klassik-Veranstaltungsort von Weltklasse entwickelt hat, führt Buchbinder auf Mundpropaganda unter Musikern zurück. „Wir sind hier in kurzer Zeit gereift und die Musiker wissen das zu schätzen, von der Atmosphäre über das Team bis hin zur Betreuung. Wer hier aufgetreten ist, will hierher zurückkommen und es seinen Mitspielern erzählen. Uns kann nichts mehr passieren. schön“ .

Programm mit vielen eingängigen Songs

Der Abend begann mit einem energiegeladenen Auftakt „Candide“ von Leonard Bernstein mit einem bekannten Stück und vielen weiteren Stücken mit garantiert eingängigen Melodien im Programm. Wer Erwin Schrott in seiner bekannten Paradedisziplin als Mozarts „Don Giovanni“ hören und sehen wollte, kam bei der charmant vorgetragenen Aufnahmearie auf seine Kosten. Allerdings war der berühmte Bassbariton etwas in Mitleidenschaft gezogen, sodass das Programm kurzfristig gekürzt werden musste. Als persönlichen Höhepunkt des Konzerts bezeichnete Schrott einen emotionalen Tango, den Latin-Klassiker „Besame Mucho“.

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  • 3Sat zeigt die Sommernachtsgala am 16. Juli um 21:45 Uhr.
  • Das Konzert ist am 26. Juni ab 20.04 Uhr auf Radio Niederösterreich zu hören.

An der Seite von Erwin Schrott glänzte die deutsche Sopranistin Marlis Petersen, die einmal mehr ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellte, indem sie Richard Strauss’ „Cäcilie“ scheinbar so leicht aufführte wie „Wo steht es geschrieben?“. aus dem Lied „Yentl“ von Barbara Streisand. Mit „Somewhere over the Rainbow“ setzte er ein sentimentales Ende.

Nachwuchsförderung wird bei Grafenegg immer groß geschrieben. Die niederösterreichische Trompetenvirtuosin Selina Ott spielte dieses Jahr auf der großen Bühne des Wolkenturms. „Ich habe mit meinen Eltern, die beide Musiker sind, die Sommernachtsgala im Fernsehen gesehen. Dass er heute hier auftritt, freut mich sehr, aber ich kann es kaum glauben“, sagte Ott im Gespräch mit noe.ORF.at. Er spielte gekonnt inmitten des Tonkünstlerorchesters Niederösterreich Richtung von Yutaka Sado.

Seifenblasen statt Feuerwerk am Ende

Mit dem bekannten Marsch „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar knüpfte die Gala musikalisch an den traditionell festlichen Abschluss vergangener Konzerte an. Das Publikum stimmte freudig in den Applaus ein und spendete am Ende einen langen Applaus. Wie im Vorjahr hat sich die Geschäftsleitung des Grafenegg entschieden, den Abend ohne Feuerwerk ausklingen zu lassen. Anders als 2021 gab es diesmal aber keine Lichtshow im Wolkenturm, sondern reichlich Seifenblasen in den Himmel geblasen, der bis zum Schluss trocken blieb.

Sommergalanacht in Grafenegg

ORF-Reporterin Veronika Berger berichtet vor der Sommernachtsgala vom Wolkenturm Grafenegg.

Die Sommernachtsgala in Grafenegg wurde von Teresa Vogl moderiert, vom ORF aufgezeichnet und am späten Freitag live übertragen. ORF-Intendant Roland Weissmann bezeichnete das Konzert bei seinem Besuch am Freitag als „festen Bestandteil des ORF-Programms“, das auch in den kommenden Jahren bestehen bleiben werde.

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