Gepostet am 27. Mai 2022, 18:46 Uhr
Am Freitagmorgen kam es im Wallis zu einem Eissturz mit zwei Toten und neun Verletzten. So ein Unfall könne selbst den erfahrensten Kletterer treffen, sagt Bergführer Samuel Schupbach.
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Neun Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Luft Zermatt
Zwei Bergsteiger starben.
Luft Zermatt
Am Grand Combin sind am Freitagmorgen mehrere Kletterer verunglückt.
Kantonspolizei Wallis
Mehrere Kletterer verunglückten am Freitagmorgen um 6.20 Uhr im Grand Combin bei Eisbruch: Eine Französin (40) und ein Spanier (65) starben an der Unfallstelle, neun Menschen wurden verletzt. „Dieser Eisbruch war für Kletterer einfach nur Pech und großes Unglück“, sagt Samuel Schupbach, Bergführer und Sekretär des Walliser Bergführerverbandes. Die Bedingungen im Süden der Alpen sind derzeit phänomenal: «Ich bin heute Morgen auf die Jungfrau geklettert: Die Bedingungen in den frühen Morgenstunden waren hervorragend, das Eis war stabil.»
Wie beim Grand Combin zu sehen sei, bleibe immer ein gewisses Restrisiko, sobald man die Berge betrete, sagt Schupbach: „Diese Eissprünge treten meist erst am späten Nachmittag auf, wenn sich der Schnee von der Sonne erwärmt hat. Sie gehören im Frühling zum Gebirge: In den Gletscherregionen bricht das Eis, das sich an den steilen Hängen angesammelt hat, endgültig: „Wenn die Eisbrocken herunterdonnern, hört man es meilenweit.“ Es sei sehr selten, dass ein As viel Eis, da der Grand Combin wie heute in den frühen Morgenstunden bricht.
“Es gibt keine Garantie, dass alle verletzt werden”
Schupbach geht davon aus, dass die verstorbenen Bergsteiger kein unnötiges Risiko eingehen wollten und deshalb vorzeitig abgereist sind: „Aber auch der erfahrenste Bergsteiger kann nicht alle Routen hundertprozentig sicher planen.“ Als Bergführer bietet Schupbach auch selbst Ausflüge an. Er macht seinen Gästen immer wieder bewusst, dass er ihnen nicht versprechen kann, dass alle unversehrt vom Berg herunterkommen; das steht auch in den AGBs geschrieben: „Jeder Unfall, der am Berg passiert, ist unglaublich traurig. Aber es ist wie beim Autofahren: Man versucht natürlich alles, um Unfälle zu vermeiden, aber es gibt eben keine Garantie.“
Schupbach kehrt morgen früh vom Gipfel der Jungfrau zu seiner nächsten Alpentour zum Mönch zurück. Wird er wegen des Grand-Combin-Absturzes mit anderen Gedanken gehen? “Nein, ich habe meine Route schon gut geplant und werde mich daran halten.” Das sei für viele schwer nachvollziehbar, so der Bergführer: „Der Berg ist unsere Leidenschaft, unsere Leidenschaft. Die Freiheit, die das Bergsteigen einem gibt, ist unvergleichlich: Es ist ein Abenteuer, auf das man nicht verzichten kann und das über die Risiken hinausgeht.“
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