Grenzkontrollen: 24.000 Flüchtlinge festgenommen

Chronik

In diesem Jahr wurden bisher 24.085 Flüchtlinge bei Grenzkontrollen im Burgenland festgenommen und 145 Menschenhändler festgenommen. Nach Angaben der Landespolizeidirektion Burgenland bedeutet dies ab dem 20. Juli fünfmal mehr Sicherstellungen und eine Verdopplung der Festnahmen im Vergleich zum Vorjahr.

20.07.2022 14.08

Online ab heute, 14:08 Uhr (Update: 17:15 Uhr)

Angesichts der Zahlen betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Mittwoch bei einem Besuch am Grenzübergang Klingenbach (Bezirk Eisenstadt-Entorns) die Bedeutung von Vorrangkontrollen. In Klingenbach verliefen am Mittwochnachmittag Grenzkontrollen ohne nennenswerte Zwischenfälle. Weder Flüchtlinge noch Schmuggler wurden festgenommen und der Verkehr ging ohne lange Wartezeiten ruhig über die Grenze.

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Karner wollte von Polizisten wissen, ob die Kontrollen verstanden hätten, dass Grenzkontrollen notwendig seien, um Schmuggel und illegale Einwanderung zu bekämpfen. Grundsätzlich ja, sagten sie, aber ab und zu stößt man auf ein Missverständnis, denn: „Sehr oft sind es die gleichen Personen, die immer wieder kontrolliert werden: Reisende.“

personelle Aufstockung

Die meisten Sicherstellungen werden laut Karner nach wie vor in den Landkreisen Neusiedl am See und Oberpullendorf verzeichnet. Doch wegen strengerer Kontrollen, gerade dort, würden Schmuggler immer wieder ausweichen. Maßnahmen gegen Schmuggel und illegale Einwanderung haben für ihn hohe Priorität, sagte der Innenminister. Deshalb wurde auch das Personal an der Grenze aufgestockt. Verstärkte Kontrollen sollten laufend evaluiert werden.

SPÖ fordert „Krisengipfel“

Die burgenländische SPÖ will derweil einen “Krisengipfel” zur Situation an der Grenze abhalten. Das gerät außer Kontrolle, sagte Landesgeschäftsführer Roland Fürst am Mittwoch in einer Aussendung. Die zuständigen Behörden sind überfordert. Manchmal werden Asylsuchende nach 48 Stunden mit einer Vorladung ausgewiesen, wenn eine Erstanhörung nicht durchgeführt werden kann. Betroffene sollten dann einen Termin für eine Erstuntersuchung vereinbaren, sagte Fürst in einem Bericht der Zeitung „Heute“. „Die geordnete Organisation und Abwicklung des Asylmanagements ist de facto nicht mehr möglich“, betonte der Landesgeschäftsführer.

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