Großbrand im Industriegebiet Spreitenbach


Großbrand in Industriegebiet gelöscht ++ 7 Verletzte ++ Gebäude vollständig eingestürzt ++ So die Lage am Morgen

In der Nacht zum Sonntagnachmittag ist im Industriegebiet von Spreitenbach ein Feuer ausgebrochen. Die dunkle Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Die Feuerwehr war bis zum späten Nachmittag im Einsatz. Das Feuer ist bereits gelöscht. Seit Montagmorgen ist die Feuerwehr im Einsatz.

Ausnahmezustand im Industriequartier Spreitenbach.

Severin Bigler

Die Fakten

  • In einer Lagerhalle im Industriegebiet Spreitenbach ist am Sonntag um 16.30 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer konnte bis weit in den Nachmittag hinein nicht gelöscht werden. Im Einsatz waren rund 100 Feuerwehrleute aus Spreitbach, Baden, Dietikon, Würenlos und Wettingen.
  • Durch das Feuer stürzte ein Gebäude ein. Das Feuer hatte auf drei benachbarte Gebäude und Fahrzeuge übergegriffen.
  • Sieben Personen erlitten eine Rauchvergiftung, vier von ihnen wurden vorübergehend ins Krankenhaus eingeliefert.
  • Auf dem Gelände regnete Asche, die vermutlich unter anderem aus Bitumenstücken bestand, die Feuer gefangen hatten.
  • Über Brandursachen und Schadenshöhe ist derzeit nichts bekannt.

Leservideos zeigen die Flammen und die riesige Rauchsäule über Spreitenbach.

CH Media Video Unit

Der Großbrand in einem Industriegebiet von Spreitenbach ist bereits gelöscht. Wie die Kantonspolizei Aargau mitteilte, sollen die meisten der rund 100 Einsatzkräfte am Sonntagabend die Brandstelle verlassen haben. Um einen erneuten Ausbruch des Feuers zu verhindern, hat die Feuerwehr einen Feueralarm ausgelöst. Einsatzkräfte entdeckten über Nacht immer wieder Glut.

Was ist passiert?

Die Meldung zum Brand im Industriegebiet Spreitenbach ging gegen 16.30 Uhr bei der Polizei des Kantons Aargau ein. Laut Kapo-Sprecher Adrian Bieri brannten die Flammen des Grossfeuers in rund 30 Metern Höhe. Außerdem gab es Explosionen. Das Feuer brach in einer Lagerhalle aus, in der Bitumen gelagert wird. Viel Rauch war kilometerweit zu sehen.

Das sagt die Polizei des Kantons Aargau zum Grossbrand in Spreitenbach.

CH Media Video Unit

Wie war der Einsatz?

Beim Einsatz der Feuerwehr war unklar, ob sich noch Personen in der Lagerhalle aufhielten. «Wir kommen nicht an das Gebäude heran», sagte Bieri. Neben der Lagerhalle wurden auch mehrere benachbarte Gebäude in Brand gesteckt. Auch geparkte Lastwagen kamen bei dem Feuer ums Leben. Der Brand in einem anderen Gebäude konnte lange Zeit nicht von innen bekämpft werden. Drohnen mit Wärmebildkameras wurden eingesetzt, um die Feuernester zu lokalisieren.

Was ist Bitumen?

Bitumen wird aus Erdöl hergestellt. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet das Wort „irdisch“. Bitumen wird hauptsächlich als Bindemittel in Asphalt verwendet, spielt aber auch als Baustoff eine wichtige Rolle.

Die Bekämpfung der Flammen durch die Feuerwehr gestaltete sich schwierig, da das Bitumen stark brannte und rauchte. An dem Einsatz waren Feuerwehrleute aus Spreitbach, Würenlos, Wettingen, Baden und Dietikon beteiligt. Zudem wurde die Feuerwehr der Firma Ems Chemie nach Dottikon gerufen.

Tele M1’s Beitrag “Aktuell” zum Thema.

Tele M1

Welche Auswirkungen hatte das Feuer?

Laut Polizeisprecher Bieri machten unter anderem der Wind und der starke Ascheflug den Einsatzkräften zu schaffen. Durch ein Stück Asche, das in die Luft gesprengt worden war, geriet sogar eine Autobahntafel in Brand. Inzwischen sind die Ein- und Ausfahrt Spreitenbach gesperrt.

# A1 – Zürich -> Bern – bei Spreitenbach, geschlossene Einfahrt, Feuer

– TCS Verkehr A1 (@ TCSverkehrA1) 29. Mai 2022

In der Nähe lesende Journalisten berichteten auch, dass Aschestücke auf ihren Balkonen oder in ihren Gärten landen. Die Polizei in der Gegend rief die lokale Bevölkerung dazu auf, Fenster und Türen zu schließen und Klimaanlage und Lüftung auszuschalten. Das Feuer verursachte einen starken unangenehmen Geruch und intensiven Rauch.

In Bergdietikon hat die Gemeindeverwaltung auf ihrer Website die Bevölkerung angeschrieben und sie ermahnt, die Brandreste nur mit Handschuhen anzufassen und zu entfernen. Gelangen die Gegenstände ins Futtergras, dürfen die Tiere nicht mehr gefüttert werden.

Nach Angaben des Regionalsenders Tele M1 stürzte im Laufe des Nachmittags ein Gebäude vollständig ein. Sieben Personen erlitten eine Rauchvergiftung. Was das Feuer verursacht hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Kantonspolizei konnte am Montagmorgen auf Anfrage keine detaillierten Angaben machen. Die Feuerwehr ist noch vor Ort.

Auch am Montagmorgen nach dem Großbrand ist die Feuerwehr noch im Einsatz.

Dominik Kobelt

Über die Brandursache und die Schadenshöhe ist derzeit nichts bekannt. Die Kantonspolizei will am Montagmorgen über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

Wie ist die Situation am Montagmorgen?

„Das Feuer ist gelöscht“, sagte Dani Wiederkehr von der Feuerwehr Killwangen-Spreitbach am Montagmorgen. Über dem eingestürzten Dach brennt noch vereinzelt Glut. “Jetzt brauchen wir schwere Maschinen, um das Material wegzubewegen, damit wir an die Glut gelangen können.”

Der Tag nach dem großen Brand

Dominik Kobelt

Auch gestern seien Maßnahmen ergriffen worden, giftige Stoffe seien ausgetreten, eine Gefahr für die Bevölkerung und die Umwelt bestand aber nicht mehr. Auch das Löschwasser konnte gestoppt werden, es floss nichts in die Limmat. Das Wasser wurde in der Kläranlage gesammelt und wird nun über Monate in kleinen Mengen dem Abwasser zugesetzt, damit es unbedenklich ist. (nla / luk / kob / phh)

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