Große Kursverluste, bei denen der DAX nun Unterstützung finden kann

Marktbericht

Stand: 01.09.2022 09:40 Uhr

Nach dem jüngsten Durchbruch der 13.000er-Marke ist die Abwärtsdynamik des DAX weiterhin hoch. Deutschlands Leitindex angeschlagen: Wie weit darf es jetzt noch gehen?

Der DAX startete mit deutlichen Kursverlusten in den statistisch schwächsten Börsenmonat des Jahres. Im frühen Handel auf XETRA fielen die deutschen Benchmarks um 0,9 Prozent auf 12.726 Punkte. „Die Stimmung an den Aktienmärkten hat in diesem düsteren globalen Börsenjahr erneut einen Tiefpunkt erreicht“, resümiert Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

Der DAX kämpft noch immer mit den Folgen seines jüngsten Scheiterns an der 13.000er-Marke. Marktbeobachter sprechen von einem falschen Ausbruch, einer „Haussierfalle“, in die DAX-Käufer tappten, in der Hoffnung, die Kurse nach oben zu treiben.

DAX auf Jahrestiefkurs

Mit der gestrigen Schwächephase hat sich der technische Ausblick für den DAX deutlich eingetrübt. Anleger fragen sich, wo der DAX nun Unterstützung finden kann. Das letzte Tief bei 12.758 Punkten jedenfalls kann dem Ansturm der DAX-Verkäufer nicht standhalten. Der deutsche Leitindex türmt sich in den ersten Handelsminuten tiefer auf.

Charting-Tech-Experte Christian Zoller von ING sorgt bei 12.620 Punkten für die nächste Unterstützung des DAX. Die technischen Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt drohen sogar damit, die Vorjahrestiefs vom März und Juli bei 12.400 Punkten zu überholen.

Die Fed und die EZB stehen vor sehr großen Zinserhöhungen

Aus fundamentaler Sicht belasten weiterhin Zinsängste die Kurse. Rasch steigende Verbraucherpreise dürften die Währungshüter zu drastischen Maßnahmen zwingen. Im August seien die Verbraucherpreise in der Eurozone um 9,1 Prozent in einem Jahr gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat gestern auf Basis einer Schnellschätzung mit.

Die Anleger rechnen derzeit damit, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen in diesem Monat um jeweils 0,75 Prozentpunkte erhöhen. Steigende Zinsen machen Aktien im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv.

Der schlimmste August an der Wall Street seit 2015

Ängste vor aggressiven Zinserhöhungen durch die US-Notenbank belasteten die Wall Street Mitte der Woche ebenfalls. Der Dow Jones verlor 0,9 Prozent auf 31.510 Punkte. Der technologielastige Nasdaq fiel um 0,6 Prozent auf 11.816 und der breit angelegte S&P 500 fiel um 0,8 Prozent auf 3.955.

Der US-Aktienmarkt schloss nicht nur den vierten Handelstag in Folge im Minus. Es war auch die schlechteste August-Performance für die drei großen Indizes seit 2015. Im Laufe des Monats verloren Dow, S&P und Nasdaq jeweils mehr als vier Prozent. Am Morgen sind die US-Futures klar im Minus.

Nikkei schließt tief im Minus

Die Angst vor Zinserhöhungen, die die Wirtschaft schwächen würden, ließ die Anleger zurück an die asiatischen Aktienmärkte fliehen. In Tokio verlor der Leitindex Nikkei 1,5 Prozent auf 27.661 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index fiel um 1,4 Prozent. An den chinesischen Aktienmärkten stützten dagegen Hoffnungen auf Konjunkturimpulse der Regierung die Kurse. Der Aktienmarkt in Shanghai fiel um 0,1 Prozent.

Euro knapp über Dollarparität

Der Euro bleibt im frühen Devisenhandel knapp über der Parität zum Dollar. Ein Euro kostet derzeit 1,0021 $. Die Parität ist ein Eins-zu-eins-Wechselkurs zwischen zwei Währungen.

Gold auf längster Pechsträhne seit Sommer 2018

Der Goldpreis fiel am Morgen um 0,1 Prozent auf 1.706 Dollar je Feinunze. Die jüngste Bilanz des oft als „sicherer Hafen“ bezeichneten Edelmetalls lautet düster: Der Goldpreis musste im August erneut Kursverluste hinnehmen, den fünften Monat in Folge.

„Diese Dürre entspricht der längsten Pechsträhne seit dem Sommer 2018“, erklären die technischen Analysten von HSBC. Das gelbe Edelmetall ist in den Charts stark betroffen. Erst ein Anstieg über die beiden jüngsten Monatshochs von 1808/1814 US-Dollar würde laut HSBC-Experten ein Zeichen der Entspannung setzen.

Der Ölpreis setzt seinen Abwärtstrend fort

Die Ölpreise bauten ihre Verluste der vergangenen Tage im frühen Handel aus. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 95,13 US-Dollar. Das waren 51 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel West Texas Intermediate (WTI) fiel um 47 Cent auf 89,08 $. Die anhaltende Dollarstärke, Konjunktursorgen und die Risikoaversion der Anleger belasten den Rohstoff seit Tagen.

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