„Große Sorge wegen Stromausfall“: Gaskrise alarmiert Brauer und Glasmacher

„Große Besorgnis über Blackout“ Gaskrise alarmiert Brauer und Glasmacher

24.06.2022 05:02

Die Menschen haben wieder Durst und erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird wieder mehr Bier getrunken. Die Produktion steigt wieder, und die Brauer haben neue Sorgen. Der Grund ist die Gasversorgung ihrer Unternehmen und ihrer Lieferanten.

Viele Brauereien sind besorgt über die Gasversorgung sowohl ihres Unternehmens als auch ihrer wichtigsten Lieferanten, wie Glashersteller. „Die Branche hat große Sorge vor einem Stromausfall“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds, Holger Eichele. Nach Angaben des Verbands sind etwa zwei Drittel der deutschen Brauereien auf Gas angewiesen. „Wir fahren mit hoher Geschwindigkeit durch eine Rauchwand. Uns fehlt die Planungssicherheit“, sagt Eichele. Das gilt sowohl für die Pandemie als auch für die Stromversorgung.

„Die Brauindustrie hat ein Damoklesschwert: Es ist ein Gasembargo“, sagte Veltins-Privatbrauerei-Generalbevollmächtigter Michael Huber. Wenn das passiert, “werden viele Brauereien ernsthafte Probleme bekommen.” Ein großer Teil von ihnen ist kaum in der Lage, auf andere Energieträger wie Öl umzusteigen.

Darüber hinaus ist die Gasversorgung auch ein wichtiges Thema für große Brauereilieferanten. „Wir brauchen jährlich zwischen 50 und 60 Millionen neue Flaschen. Wenn etwas schief geht, ist die Versorgung komplett unterbrochen“, sagte Huber mit Blick auf die Glasmacher.

Auch fehlender Klebstoff oder fehlende Etiketten können die Produktion stoppen. Deshalb kaufte Veltins für 30 Millionen Euro Ware vor, die sonst kurzfristig bestellt worden wäre. Für diese Mengen werden Lagerhallen angemietet. „Man braucht Liquidität und Durchhaltevermögen und vor allem Kapazitäten“, sagte Huber. Die Kreisbrauerei Hochsauerland ist für eine mögliche Umstellung von Gas auf Öl gerüstet und hat Kapazitäten für fünf Wochen Ölbedarf. Die Brauerei würde das Äquivalent von drei großen Öltankwagen pro Woche benötigen.

Tatsächlich haben die Brauer nach einer tiefen Gießkanne gerade erst angefangen, aufzuheben. Volle Biergärten und Volksfeste hatten den Konsum nach der Corona-Pandemie noch einmal gesteigert. Jetzt kommen neue Bedenken hinzu.

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