Im niederösterreichischen Groß-Enzersdorf soll am Montag erneut ein Mann eine Frau getötet haben.
In Groß-Enzersdorf (Kreis Gänserndorf) soll ein 80-jähriger Mann am Montagmorgen mit einer Pistole auf seine 83-jährige Ehefrau und anschließend auf sich selbst geschossen haben. In einem Wohnhaus seien zwei leblose Körper entdeckt worden, sagte Polizeisprecher Stefan Loidl auf Anfrage. Die Ermittlungen des NÖ Landeskriminalamtes Leib/Leben und der Tatortgruppe dauerten den ganzen Tag an.
Der Mann wählte selbst die 911
Gegen 11 Uhr habe der Mann im Notruf mitgeteilt, dass er seine Frau erschossen habe und auch Selbstmord begehen werde, berichtete Loidl. Es wurde auch gemunkelt, dass sie beide krank waren. Die Verhandlungsgruppe und die EKO-Cobra zogen um. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Korneuburg betrat er später das Haus. Bei der Suche fanden die eingesetzten Kräfte das tote Paar. Sowohl die Frau als auch der Mann wiesen Schussverletzungen auf.
Im Haus wurde ein Abschiedsbrief gefunden. In dem Schreiben wurde auch die Krankheit genannt, die demnach das Motiv für die Tat sein könnte. Laut Polizei war der 80-Jährige der rechtmäßige Besitzer der Waffe.
15. Frauenmord 2022
Für den Österreichischen Frauenring offenbart die Veranstaltung ein in Österreich noch immer ausgeprägtes Bild: „Ein Mann nimmt sich das Recht, über das Leben einer Frau zu entscheiden.“ Solange die Regierung kein Signal sende, “dass männliche Gewalt und patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben”, werde sich laut einer Aussendung nichts ändern.
Wie der Frauenring sprach auch SPÖ-Frauenführerin Eva-Maria Holzleitner über den diesjährigen 15. Frauenring in Österreich. „Es braucht endlich einen Krisengipfel“, sagte er. Die Menschen in diesem Land sind schockiert über die Eskalation der Gewalt, die die Bundesregierung nicht länger ignorieren sollte. Es ist wichtig, von fortschrittlichen europäischen Ländern wie Spanien zu lernen. Auch NEOS-Frauensprecherin Henrike Brandstötter kritisierte, dass die Maßnahmen, die das Problem wirklich an der Wurzel packen, noch in weiter Ferne seien. Der Gewaltschutzsektor sei “bisher chronisch unterfinanziert”.
Hinweis: In Österreich finden weibliche Gewaltopfer Hilfe und Informationen beim Frauentelefon unter: 0800-222-555 (kostenlos und rund um die Uhr), www.frauenhelpline.at; beim Autonomen Verband Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at; die Wiener Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt: www.interventionsstelle-wien.at und der Wiener Frauennotruf: 01-71719 und der Frauenhausnotruf unter 057722
Das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums bietet Menschen mit Suizidgedanken und ihren Familien Unterstützung. Kontaktdaten von Unterstützungsorganisationen in Österreich finden Sie unter www.suizid-praevention.gv.at. Informationen für Jugendliche unter www.bittelebe.at)