Politik
Die Grünen Oberösterreich wollen, dass heimische Parkplätze für Photovoltaik genutzt werden. „Die Zeit der Pilotanlagen ist vorbei“, forderten Landesrat Stefan Kaineder und Energiesprecherin Ulrike Schwarz am Dienstag, ihre Pläne umzusetzen.
31.05.2022 13.33
Online ab heute, 13.33 Uhr
In einer Anfrage an den Landtag fordern sie die Einführung einer Photovoltaikpflicht bei der Errichtung neuer Freiparkplätze mit einer Mindeststellplatzzahl zumindest für Gewerbe- und Nichtwohngebäude sowie ein Maßnahmenprogramm für PV . Systeme in bestehenden Parkplätzen, zusammen mit einem bestimmten Zeitplan.
Zusätzliche staatliche Zuschüsse
„Die Zeit der Pilotanlagen ist vorbei“, forderten Landesrat Stefan Kaineder und Energiesprecherin Ulrike Schwarz am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz die Umsetzung ihrer Pläne. Für die Grünen umfasst das Maßnahmenprogramm neben Bundesmitteln weitere Landesmittel, die Bereitstellung von Beschaffungsmodellen und Landeszuständigkeiten sowie die Beauftragung der Netz OÖ GmbH und der Linz Netz GmbH für den gezielten Ausbau der Netze.
„Gesamtfläche von sieben Quadratkilometern“
Ziel ist es, bis 2030 rund die Hälfte der 2.900 Großparkplätze in Oberösterreich mit Photovoltaikanlagen auszustatten. Die Parkhäuser haben eine Gesamtfläche von sieben Quadratkilometern, was laut einer Studie ein Potenzial von rund 4,2 TWh bedeutet Energie pro Jahr und fast die Hälfte des gesamten Photovoltaik-Ausbaus bis 2030. „Parkplätze sind ein riesiger Hebel für die Energiewende“, betonte Kaineder, der sie nutzen müsse, um eines Tages den Bruttoenergieverbrauch im Jahr erwirtschaften zu können Industrieland Oberösterreich.
„Viel Potenzial für die Politik“
Die Politik, also Schwarz und Weiß, müsse endlich die Initiative ergreifen und zum Beispiel „die großen Handelsketten fragen, warum sie keine Photovoltaikanlagen auf ihren Parkplätzen haben und was ihnen fehlt.“ Kaineder sah viel mit im Hinblick auf Netzbetreiber und den Aufbau möglicher Politiken zur Ermöglichung der Energiewende. Derzeit würde die Koalition nichts daran hindern, dass private Unternehmen beim PV-Ausbau die Nase vorn haben, aber kein Euro an Fördergeldern da wäre.
„Benötigt gesetzliche Verpflichtung“
Schwarz betonte, dass Ziele verankert werden müssen und es einer gesetzlichen Verpflichtung bedarf. Die Grünen wollten Versorgungssicherheit gewährleisten. Außerdem muss der Landtag den Standort überwachen. Der Wirtschaftsstandort Oberösterreich ist durch höhere Energiepreise benachteiligt. Denn am Ende ist Ökostrom günstiger als andere und das lockt auch Unternehmen an. Große Unternehmen würden sich in Deutschland dort niederlassen, wo Windstrom erzeugt würde. Diese Anziehungskraft sei auch in Oberösterreich notwendig, Kaineder sah darin einen politischen Auftrag.