Grünes Licht für Verschiebung des CO2-Preises

Die Grünen wehren sich nicht mehr gegen eine CO2-Preisänderung, die ab Juli Benzin und andere fossile Energieträger verteuern soll. „Unser Vorschlag wäre, den Starttermin der CO2-Bepreisung mit der Zahlung des Klimabonus gleichzusetzen“, sagte Club-Präsidentin Sigrid Maurer der „Presse“ in einem Interview. Beide starten im Oktober.“

Auch die ö1-Reihe „im Journal zu Gast“ beleuchtet die Option eines höheren Klimabonus und das Ende der Gasheizung im Neubau ab dem kommenden Jahr. Fest steht natürlich noch nichts.

Maurer versteht, dass NGOs über die Verschiebung verärgert sind. Angesichts einer sehr hohen Inflation muss es aber legitim sein zu argumentieren, dass der CO2-Preis drei Monate später startet.

Maurer drängt auf die Fertigstellung von Gasheizungen bis 2023

An eine dauerhafte Blockade dieser Maßnahmen durch den Koalitionspartner glaubt die Grünen-Chefin offenbar nicht. Die ÖVP um Parteichef Karl Nehammer hat anerkannt, dass aus dem einstigen grünen Auftrag nun eine staatliche Vernunft geworden ist, die die Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren soll. Es gibt bereits Akteure rund um die Volkspartei, die eher an der alten Denkweise hängen, aber nur wenige glauben, dass sie so weitergeführt werden kann wie bisher.

Als einen ganz wichtigen Punkt des nächsten Pakets bezeichnet Maurer das Ende der Gasheizung im Neubau schon 2023, das die Grünen forcieren. Außerdem gäbe es eine „Harmonisierung“ des CO2-Preiskalenders mit dem Klimabonus, der erst im Oktober fließen soll. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, ihn für 2022 einheitlich auf 250 Euro festzusetzen, statt regional zwischen 100 und 200 Euro zu staffeln. So kann schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Maurer blieb vage über andere Möglichkeiten zur Bekämpfung der Inflation. Anregungen gibt es viele, von Schätzungen über Einmalzahlungen bis hin zu Zuschüssen. Man ist noch in Verhandlungen.

Opposition kritisiert „Walzerpolitik“

Die Opposition ist jedenfalls noch unzufrieden. SPÖ-Vizedirektor Jörg Leichtfried sagte in einer Aussendung, dass es keine gute Politik sei, die eigenen Fehler, Pannen und politischen Fehler zu korrigieren. FPÖ-Vizepräsidentin Dagmar Belakowitsch forderte eine definitive Absage an CO2-Preise und die Neos würden die Gutscheinpolitik der Regierung zur Abschaffung der „kalten Progression“ ändern: „Warum wollen die Grünen Fahrern fetter SUVs plötzlich einen Klimabonus von 250 Euro geben? “, er fragte sich. Stellvertretender Gerald Loacker.

Maurer bestreitet jedoch, dass das Informationsfreiheitsgesetz scheitern könnte: “Eines ist sicher, das Amtsgeheimnis wird abgeschafft.” Widerstand will er niemandem zuordnen, auch nicht seinem Koalitionspartner. Hier würden sich mehrere Spieler hintereinander verstecken, hatte er den Eindruck. Die Stadt Wien beispielsweise ist nicht unbedingt ein Hort der Transparenz. Bezüglich des Parteiengesetzes betonte Maurer, dass der Nationalrat im Juli darüber entscheiden werde.

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