Gute Scheiße! – Das unterschätzte Potenzial von Fäkalien

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Hocker sind nicht „Wah“, sondern „Wow“.

Es gibt so viel mehr, was Sie mit Ihrem Kot tun können, als ihn nur loszuwerden: Hier sind vier Möglichkeiten, Ihren Kot zu verwenden

1. Kompost und Dünger aus Fäkalien

In der Schweiz sind rund 1000 mobile Komposttoiletten im Einsatz. Tendenz steigend, sagt Louise Carpentier vom Verein Va-Loo, der zirkuläre Gesundheitssysteme in der Schweiz fördern will. Der aus dem Kot austretende Kompost ist Nahrung für Garten- und Balkonpflanzen. Da dieser Dünger oder Kompost nicht auf der Positivliste des Bundes steht, ist er im Handel nicht erhältlich.

Warum mit Schweizer Wassergräben im Schloss Wasser sparen?

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„Wir haben viel Wasser im Schweizer Schloss mit Gräben“, sagt Louise Carpentier vom Verein Va-Loo. Aber auch hier findet der Klimawandel statt. Es gibt immer trockene Sommer. Darüber hinaus erfordert die Behandlung von Abwasser viel Energie.

Tatsächlich zeigen Zahlen des EAWAG Water Hub in Dübendorf, dass in einem Schweizer Haushalt pro Person und Tag 142 Liter Wasser verbraucht werden. Ein Drittel davon brauchen wir für die Toilettenspülung. „Wir können Fäkalien mit weniger Wasser recyceln und rationeller verwenden“, sagt Louise Carpentier von Va-Loo.

Ein anderer Blick wirft grundsätzliche Fragen auf: „Wie wollen wir unsere Ressourcen nutzen? Vor welchen Herausforderungen stehen wir durch den Klimawandel?“, fragt Carina Doll vom Water Hub „Es gibt bereits Gebiete mit weniger Wasser und stärkeren Dürreperioden.“ .

Es gibt auch fest installierte Komposttoiletten. Eine gute Handvoll Genossenschaften in der Schweiz vertrauen bereits auf diese Systeme. Eines davon ist die Siedlung Soubeyran in Genf, die der Genossenschaft Equilibre gehört.

Scheiße mit Trinkwasser zu waschen ist dumm.

Durch die Toilette in der Siedlung fließt aufbereitetes Wasser aus Bad und Küche. Auf dem Balkon nutzen Bewohner wie Danya Stasius Fäkalienkompost, der aus Würmern und Bakterien in der Kläranlage der Siedlung entsteht.

Auch für die Landwirtschaft sei Fäkalienkompost interessant, sagt Carpentier, der Experte für diese Kreislaufsysteme. An Va-Loo sind nun landwirtschaftliche Akteure beteiligt.

Aber die Menschen essen nicht nur Vitamine und andere gesunde Dinge. Auch im Kot können Rückstände von Medikamenten oder Drogen gefunden werden. Es sei jedoch möglich, unbedenklichen Fäkalienkompost herzustellen, sagt Louise Carpentier.

2. Kotpellets zum Heizen und Kochen

Aus dem Wasser der Toiletten lässt sich Energie gewinnen, sagt Carina Doll vom Water Hub des Forschungsinstituts EAWAG in Dübendorf. Pellets könnten zum Beispiel aus Exkrementen hergestellt werden. Sie sind vergleichbar mit Holzpellets und können Energie und Wärme für Industrie und Haushalte liefern.

So funktioniert Wasserrecycling

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Wir recyceln Pappe, Papier und Haustiere, warum nicht auch Wasser?

Bei der EAWAG (ETH-Bereich Wasserforschungszentrum) in Dübendorf fließt Abwasser in fünf verschiedenen Leitungen. Es wird zwischen leichtem und schwerem Grauwasser (Bade- und Küchenwasser), Gelbwasser (Urin) und Schwarzwasser (Kot) unterschieden.

Warum diese Aufteilung?

Abwasser ist nicht gleich Abwasser, denn Abwasser ist unterschiedlich belastet. Wenn man etwas von diesem Abwasser zurückgewinnen möchte, lohnt es sich, es zu trennen, sagt Carina Doll vom Water Hub. Urin macht nur etwa ein Prozent des Abwassers aus, enthält aber die meisten Nährstoffe. Eine saubere Trennung ermöglicht es, Abwasser effizienter zu recyceln.

Wie kann Urin von Kot getrennt werden?

Am Water Hub wird mit einer speziellen Toilette experimentiert: Sie trennt Urin von Kot. Dank des „Teekannen-Prinzips“ tritt Urin durch ein speziell geschaffenes Loch aus, anstatt mit Kot gewaschen zu werden.

Es funktioniert wie eine lästige Teekanne, bei der der Tee am Rand der Kanne herunterfließt statt direkt in die Tasse. Was beim Teetrinken stört, haben sich die genialen Köpfe hinter dieser Umlauftoilette zunutze gemacht. Auf diese Weise kann das Abwasser sauber getrennt werden.

3. Tierfutter aus Fäkalien

Geschweißte Fliegenlarven, die mit Kot gefüttert werden, sind ein nahrhaftes Futter für Hühner und Fische. Die Larven ernähren sich von Kot, aus dem Tierfutter gewonnen werden kann. Die EAWAG hat eine solche Demonstrationsanlage in Indonesien.

Bildunterschrift: Getrocknete Kotproben SRF, Reena Thelly

4. Biokunststoff aus Astronautenkot

Astronauten müssen auch gehen. Anstatt den Inhalt der Toilette im Weltraum zu entfernen, könnten Fäkalien als wertvoller Rohstoff für Ersatzteile dienen. Genetisch veränderte Bakterien wandeln Fäkalien in Biokunststoffe um, so eine Studie aus Kanada. Dieser Kunststoff soll sich in einem 3D-Drucker zu Ersatzteilen verarbeiten lassen.

SRF Radio 3, Eingang, 1.6.2022, 15:00 Uhr.

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