Habeck zum Kohleabbau Die G7 sollen Vorreiter sein

Stand: 26.05.2022 12:05 Uhr

Die Umwelt- und Energieminister der G7-Staaten diskutieren in Berlin über die Zukunft der Energieversorgung. Hier stellt sich vor allem die Frage, wann der Ausstieg aus der Kohleverstromung erfolgen soll. Deutschland erwartet, dass die G7 hier Vorreiter werden.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck erhofft sich vom G7-Treffen Fortschritte auf dem Weg zum weltweiten Ende der klimaschädlichen Kohleverstromung. Der Grünen-Politiker sagte zum Auftakt der G7-Verhandlungen zwischen den Energie- und Klimaministern in Berlin, es gebe intensive Diskussionen darüber, wie die größten Industrieländer einen Beitrag leisten oder gar eine Vorreiterrolle beim schrittweisen Kohleabbau übernehmen könnten aus der Elektrik. Auch von klimafreundlicheren Verkehrsmitteln ist die Rede.

Die derzeitige Notlage in der Versorgung mit fossilen Brennstoffen infolge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine wird nicht verhindert. Laut Habeck wird es die ökologische Transformation beschleunigen. Ähnlich äußerte sich Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Rede zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums in Davos. Der Plan, CO2-neutral zu werden, habe durch den Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin “an Bedeutung gewonnen”, sagte Scholz.

„Globale Krisen gemeinsam lösen“

An dem Treffen in Berlin nehmen die Energie-, Klima- und Umweltminister der sieben großen westlichen Industriestaaten (G7) teil. Dieses Format ist eine Premiere: Ziel sei es, so Habeck, „die beiden großen Strukturkrisen unserer Zeit“ – also die Klimakrise und die Energiekrise – gemeinsam zu bewältigen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne), Ko-Vorsitzende des Treffens, sagte: „Das wichtigste Zeichen, das aus diesem G7-Treffen hier hervorgehen sollte, ist, dass wir globale Krisen gemeinsam lösen.“

Der Nachrichtenagentur Reuters liegt bereits ein Entwurf der Abschlusserklärung des Treffens vor. Als Folge erwägen Staaten die Verpflichtung, die klimaschädliche Kohleverstromung bis 2030 zu beenden. „Wir setzen uns für den Ausstieg aus klimaschädlicher Kohleverstromung und nicht-industrieller Kohlewärmeerzeugung bis 2030 ein“, heißt es in dem Papier .

Widerstand aus Japan und den USA

Laut Reuters regt sich aber noch Widerstand aus zwei der sieben Länder: Japan und die USA gehen mit der Formulierung zu weit, vor allem, weil laut dem Dokument der gesamte Stromsektor keine Treibhausgase mehr ausstoßen soll 2035. Was den Kampf gegen die Klimakrise betrifft, hat US-Klimakommissar John Kerry jedoch betont: „Wir müssen ihn dramatisch beschleunigen.“ Deutschland spielt hier eine führende Rolle.

Für Freitag ist das G7-Treffen der Energie-, Klima- und Umweltminister angesetzt. Auch Außenministerin Annalena Baerbock, die bei der Bundesregierung für den internationalen Klimaschutz zuständig ist, wird erwartet. Von dem Ministertreffen erwartet Habeck Impulse für den G7-Gipfel in Bayern im Juni. Sollte die Initiative zum Kohleausstieg erfolgreich sein, werde das Ergebnis laut Habeck den Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel präsentiert und dann im größeren G20-Kreis diskutiert.

Deutschland hat derzeit den Vorsitz der G7 inne. Zur Gruppe der führenden Industrieländer gehören auch die USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Italien und Frankreich. Die EU ist auch bei G7-Treffen vertreten. Der G20 gehören auch große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien an.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *