Deutschlands Energiekrise
Habeck will zwei Kernkraftwerke bis April 2023 in Betrieb halten
Stand: 10:09 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Habeck hält es für erforderlich, den Betrieb von Isar 2 und Neckarwestheim fortzuführen
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hält es für erforderlich, die beiden Kernkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim im ersten Quartal 2023 weiter zu betreiben. Habeck einigte sich mit den Betreibern der beiden Kernkraftwerke auf ein Konzept des Reservebetriebs.
Hier können Sie sich unsere WELT-Podcasts anhören
Zur Anzeige eingebetteter Inhalte ist Ihre widerrufliche Einwilligung zur Übermittlung und Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter eine solche Einwilligung benötigen. [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem Sie den Schalter auf „on“ stellen, erklären Sie sich damit einverstanden (jederzeit widerrufbar). Dies umfasst auch Ihre Zustimmung zur Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten an Drittländer, einschließlich der USA, gemäß Artikel 49 (1) (a) der DSGVO. Hier finden Sie weitere Informationen dazu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über den Schalter und über den Datenschutz unten auf der Seite widerrufen.
Die Kernkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim 2 sollen laut Wirtschaftsminister Robert Habeck über das Jahresende hinaus in Betrieb bleiben. Grund dafür ist die französische Atomstromlücke.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hält angesichts der aktuellen Lage einen Winterbetrieb der beiden süddeutschen Kernreaktoren Isar 2 und Neckarwestheim 2 für erforderlich. „Stand heute halte ich es für notwendig“, sagte der Grünen-Politiker an diesem Dienstagabend in Berlin. Er verwies auf die Situation in Frankreich, wo viele Kernkraftwerke wegen Wartungsarbeiten nicht in Betrieb sind.
Dort verschlechterte sich die Situation wegen des Winters weiter. „Heute muss ich sagen, dass die Daten aus Frankreich darauf hindeuten, dass wir die Reservierung anrufen werden“, sagte Habeck. „Als Minister für Energiesicherheit muss ich daher sagen: Wenn sich diese Entwicklung nicht umkehrt, werden wir Isar 2 und Neckarwestheim im ersten Quartal 2023 am Netz lassen.“
Aus technischen Gründen muss die endgültige Entscheidung für Isar 2 bis spätestens Dezember fallen, für Neckarwestheim ist dies auch Anfang des Jahres möglich. Die Kernkraftwerke sollen spätestens Mitte April 2023 in Betrieb gehen. Die Details der längeren Laufzeiten seien intensiv mit den Betreibern ausgehandelt worden, sagte Habeck. Verständigen Sie sich auf die Eckpunkte, die Grundlage für die Gesetzesänderungen sind, die Ende Oktober beschlossen werden müssen.
auch lesen
Isar 2 und Neckarwestheim 2 werden laut Eckpunkten nach dem Ende ihrer normalen Lebensdauer zum 31. Dezember in eine Betriebsreserve überführt. Damit sind sie darauf vorbereitet, einen drohenden Engpass des Stromnetzes in Süddeutschland zu vermeiden. Um die Reserve zu aktivieren, würden die Betreiber „alles Notwendige sofort einleiten“.
Alle geltenden Sicherheitsvorschriften würden eingehalten, sagte Habeck. Unterdessen wird die notwendige Gesetzgebung “beschleunigt”. Darüber hinaus wird die Situation des deutschen und europäischen Stromsystems genau beobachtet. „Insgesamt hat Deutschland eine hohe Versorgungssicherheit im Strombereich, aber man muss die Situation immer gemeinsam mit den europäischen Nachbarn sehen.“
auch lesen
Hohe Gas- und Strompreise
Tatsächlich sollen im Rahmen des Atomausstiegs die letzten drei Atomkraftwerke bis Ende des Jahres abgeschaltet werden. Für den Reaktor Lingen im Emsland soll dies nach Angaben des Wirtschaftsministeriums weiter gelten. Habeck hatte Anfang September die Planung einer sogenannten Betriebsreserve für die beiden Atomkraftwerke in Bayern und Baden-Württemberg angekündigt.
Kretschmann hält den Weiterbetrieb von Neckarwestheim für richtig
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält den möglichen Weiterbetrieb der beiden deutschen Atomkraftwerke für richtig. Der Grünen-Politiker bezeichnete Habecks Säulen als „einen schlüssigen und verbindlichen Fahrplan“. Genau das ist in der aktuell schwierigen Situation angebracht, um einen Engpass des Stromnetzes in Süddeutschland zu vermeiden. „Er hat meine volle Unterstützung für diesen Weg“, sagte Kretschmann. Der Energieversorger EnBW bereitet sein Kernkraftwerk Neckarwestheim II im Kreis Heilbronn nun auf einen möglichen Betrieb bis spätestens 15. April nächsten Jahres vor.
Kretschmann sagte, die Entscheidung schaffe „frühzeitig Klarheit für die Betreiber und Sicherheit für die Bürger“. Habeck betonte zu Recht, „dass das Verfahren angesichts der aktuellen Lage und der Stromerzeugungsprognosen der französischen Kernkraftwerke dringend ist und eine Fortführung des Betriebs nach aktuellem Stand erforderlich ist“.
Laut EnBW wird der Hochofen zunächst zum 31. Dezember abgeschaltet. Wenn die Bundesregierung beschließt, dass in Neckarwestheim mehr Strom produziert werden muss, wird der Reaktorkern der Anlage mit den teilweise verbrauchten vorhandenen Brennelementen wieder zusammengesetzt und wieder hochgefahren, erklärte die EnBW. Damit soll eine Stromproduktion von bis zu 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom sichergestellt werden, sagte er.
Hier können Sie sich unsere WELT-Podcasts anhören
Zur Anzeige eingebetteter Inhalte ist Ihre widerrufliche Einwilligung zur Übermittlung und Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter eine solche Einwilligung benötigen. [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem Sie den Schalter auf „on“ stellen, erklären Sie sich damit einverstanden (jederzeit widerrufbar). Dies umfasst auch Ihre Zustimmung zur Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten an Drittländer, einschließlich der USA, gemäß Artikel 49 (1) (a) der DSGVO. Hier finden Sie weitere Informationen dazu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit über den Schalter und über den Datenschutz unten auf der Seite widerrufen.
„Kick-off Politics“ ist der tägliche News-Podcast der WELT. Das wichtigste Thema analysiert die WELT-Redaktion und die Termine des Tages. Abonnieren Sie den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und mehr oder direkt über den RSS-Feed.