Hanke: „Gute Woche“ für Wien Energie

„Wir sehen einen Rückgang des Sicherheitsbedarfs“, beschrieb Hanke gegenüber „Vienna Today“ die aktuelle Situation der Strombörse. „Aber es könnte durchaus sein, dass das in ein, zwei Wochen anders aussieht.“ Bisher musste Wien Energie den Bundeskredit nicht in Anspruch nehmen.

Hanke will keine Unterlagen im Finanzausschuss

Allerdings muss die Stadt Wien als Bedingung dafür bis zum 15. September alle Unterlagen zu den Termingeschäften von Wien Energie an die Bundesregierung übergeben. Die ÖVP will diese Unterlagen auch bei der Finanzkommission der Stadt, die wenige Tage zuvor stattfindet.

Hanke lehnt diese Bitte jedoch ab. „Ich glaube auch, dass sich nicht alles auf den politischen Alltag übertragen lässt. Seriöses Agieren zwischen Politik und Wirtschaft ist angesagt und sollte auf diese Weise nicht vernachlässigt werden“, sagte die Stadträtin am Rande einer Medienveranstaltung zum Umbau des Umspannwerks Wien-Auhof.

Bei Wien Energie läuft die Erprobung

Ob Wien Energie ordnungsgemäß gehandelt hat, wird derzeit von mehreren Parteien geprüft. „Wien heute“ zeigt, worauf bei dieser Untersuchung geachtet wird.

Der Rechnungshof bereitet die Prüfung vor

Das Geschäftsgebaren von Wien Energie wird auch durch den städtischen Rechnungshof und den Rechnungshof überwacht. Dort heißt es, dass der Test derzeit vorbereitet wird, und es bedeutet nicht, dass mehr als ein Prozess im Gange ist. Grundsätzlich sollten aber „Finanzlage, Finanzbedarf und Transparenz im Lichte der Versorgungssicherheit (…) zentrale Themen sein“, wie der Rechnungshof Ende August ankündigte.

Im Allgemeinen legt der Rechnungshof die Prioritäten für Prüfungen fest, und oft gibt es einen Fragebogen für die betreffende Behörde oder das betreffende Unternehmen. Es werden auch Fragebögen ausgegeben und die notwendigen Unterlagen für die Prüfung angefordert.

Pelinka sieht Ludwigs „ersten schwerwiegenden Fehler“.

Der renommierte Politologe und SPÖ-Experte Anton Pelinka sieht den Fall Wien Energie unterdessen als „ersten schwerwiegenden Fehler“ des SPÖ-Wien-Bürgermeisters Michael Ludwig. „Dass er nicht rechtzeitig gemerkt hat, dass etwas explodieren könnte, das wird jetzt sicher auf die Wiener SPÖ und ihn fallen“, sagte Pelinka im APA-Interview. Er könne sich nicht vorstellen, wie Ludwig “das übersehen konnte”, sagt Pelinka.

Der Wiener Bürgermeister hätte “von alleine in die Offensive gehen” und eine Pressekonferenz abhalten sollen, sagte der Politikwissenschaftler. Pelinka fehle auch die „Bereitschaft zur Selbstkritik“ und das „Angebot zur Zusammenarbeit mit der Bundesregierung“ und stelle eine gewisse Distanz zur Stadt-SPÖ fest.

„Die Nachricht hätte nicht von ÖVP-Finanzminister Magnus Brunner kommen sollen, sondern vom Wiener Bürgermeister“, sagte Pelinka. Allerdings könne die Bundes-ÖVP “solche Dinge politisch mit Gusto betrachten”, sagte Pelinka. „Das schadet der Wiener SPÖ. Und es wird auch so schnell nicht verschwinden.” Negative Auswirkungen auf die Bundes-SPÖ sah der Politikwissenschaftler zunächst nicht.

Doskozil ortet politischen Schaden für die SPÖ

SPÖ-Chef und Landeshauptmann des Burgenlandes Hans Peter Doskozil sieht durch den Fall Wien Energie “politischen Schaden” für die Sozialdemokratie. Im “Krone”-Interview (Ausgabe vom Freitag) erklärte er, dass es als Eigentümer notwendig sei, Kompetenz auszuüben und die Experten an die richtigen Stellen zu setzen: “Man kann es sich nicht mehr leisten, dass sich die Beamten um sich selbst kümmern.”

Nach der Prüfung des Rechnungshofs sei es Zeit für Konsequenzen, sagte der Landeshauptmann, aber: „Der politische Schaden ist natürlich der Sozialdemokratie zugefügt worden, das muss man offen sagen. Das muss man auch bedenken.“ Preise und Tarife werden steigen.”

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *