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Zahnimplantate aus Titan gelten seit langem als Goldstandard, wenn es darum geht, Zahnlücken von Patienten zu schließen oder stark erkrankte Zähne zu ersetzen. Angesichts der zunehmenden Komplikationen bei der Versorgung mit Titanimplantaten wird jedoch vielerorts der Ruf nach biologisch verträglicheren Implantatmaterialien lauter. Es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege dafür, dass Abriebpartikel, die von Titanimplantaten unter funktioneller Belastung freigesetzt werden, nicht nur das Periimplantat, sondern auch die systemische Gesundheit des Patienten vor große Herausforderungen stellen.
Der Forscher Prof. DR. Georgios Romanos gilt als wissenschaftliche Referenz in den Bereichen Implantologie, Parodontologie und Laserzahnheilkunde. Im Rahmen seines Studiums setzt er sich seit vielen Jahren kritisch mit den immunologischen Implikationen von Titanimplantaten auseinander. In diesen konnte der Wissenschaftler zeigen, dass sich durch Oberflächenbehandlungen, Insertionsprotokolle und Mikrobewegungen im Bereich der Implantat-Pfeiler-Grenzflächen die Abriebpartikel von den Oberflächen der Titanimplantate lösen und sich im Periimplantat ablagern Gewebe. Laut Prof. DR. Römer auch bei Implantatsystemen namhafter Hersteller beachten.
Gebrannte Titan-Nanopartikel sind laut Prof. DR. Romanos ist immunologisch bedenklich, da jeder Patient darauf mit einem Entzündungsreiz reagiert, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß: Denn das Immunsystem ist nicht an das Auftreten dieser Nanopartikel im Körper gewöhnt, den Osteoklasten, die zur Familie der Makrophagen gehören. sie versuchen, die im periimplantären Gewebe befindlichen Partikel anzugreifen, indem sie diese durch Phagozytierung entfernen. Diese Fresszellen schaffen es zwar, die Partikel aufzunehmen und einzusammeln, sie können sie aber nicht beseitigen. Dadurch wird eine Expression von proinflammatorischen Zytokinen initiiert: eine Entzündungsreaktion des Immunsystems, die als Hilferuf von Fresszellen verstanden werden kann. Bei einigen Patienten ist die Entzündungsreaktion so stark, dass die verbrannten Titanpartikel eine periimplantäre Mukositis oder Periimplantitis verursachen.
Zudem verbleiben durch Reibung verursachte Titanpartikel nicht im periimplantären Gewebe, sondern werden teilweise in andere Körperregionen transportiert. In Studien von Ferguson et al., Schliephake et al. und Weingart et al. konnte eine Anreicherung von Titanpartikeln in Organen wie Leber, Milz und regionalen Lymphknoten nachgewiesen werden – für Prof. DR. Romanos Sorge ist, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese immunogenen Verschleißpartikel durch ihre Migration auch an anderer Stelle im Körper Entzündungsreaktionen begünstigen.
Keramikimplantate stellen eine Alternative zur weitgehend abriebfreien, immunologisch weniger reaktiven und damit gesunden Behandlung dar. Kommt es im menschlichen Körper zur Abrasion keramischer Implantatoberflächen, werden die entstehenden Nanopartikel viel schneller abgelagert und fibrinartig verkapselt. Grundsätzlich ist der Entzündungsreiz von keramischen Implantatmaterialien deutlich geringer als der von Titanimplantaten, was einer der Gründe für die gesunde Integration des Weichgewebes von Keramikimplantaten ist. Anders als bei Titanimplantaten haftet bei Keramikimplantaten das periimplantäre Weichgewebe besonders stark an, wodurch Bakterien in der Mundhöhle die Barriere des Saumepithels nur schwer überwinden und über die Implantate hinaus in tieferes Gewebe vordringen und dort verloren gehen. -Implantate fördern unter anderem Entzündungen und marginalen Knochenschwund. Darüber hinaus können sich einmal in den Körper gelangte pathogene Bakterien über die systemische Blutbahn auf andere Bereiche des Körpers ausbreiten und dadurch zur Entstehung systemischer Erkrankungen beitragen. Das hat auch die WHO erkannt und die Mundhöhle als Ausgangspunkt für bis zu 70 % aller chronischen Erkrankungen identifiziert. In diesem Zusammenhang werden immer fortschrittlichere Technologien mit dem Ziel entwickelt, die Adhäsion von Weichgewebe um Keramikimplantate zu maximieren, sodass ein echter Weichgewebeverschluss entsteht, der das Körperinnere weitgehend gegen Angriffe bakterieller Krankheitserreger abdichtet . der Mundhöhle.