sparsame Heizkosten
Heiztemperatur anpassen? „Völlig falsch“, kritisiert der Mieterbund
Stand: 17.06.2022 | Lesezeit: 2 Minuten
Energiesparmaßnahmen könnten gesetzlich durchgesetzt werden
Die Gasspeicher seien für den Sommer gut gefüllt, aber den Winter werde Deutschland nicht damit verbringen, warnt Wirtschaftsminister Habeck. Er fordert Bürger und Unternehmen erneut auf, Energie und Gas zu sparen. Gegebenenfalls müssen Energiesparmaßnahmen auch gesetzlich eingeführt werden.
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Die Bundesnetzagentur hat einen Vorschlag zur Reduzierung des Wärmebedarfs vorgelegt; Das ist laut Deutschem Mieterbund und VdK Sozialverband nicht fair und würde vor allem diejenigen treffen, die auf höhere Temperaturen im Wohnraum angewiesen sind.
Als “völlig falsch” hat der Deutsche Mieterbund die gesetzliche Anpassung der Heiztemperatur für den Wohnungssektor bezeichnet. Präsident Lukas Siebenkotten sagte am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass eine Strangulation vor allem diejenigen treffen würde, die etwa alters- oder krankheitsbedingt auf höhere Wohnungstemperaturen angewiesen sind, sonst müssten sie frieren. Das ist inakzeptabel.
„Außerdem wird diese Maßnahme dem heterogenen Gebäudebestand in keiner Weise gerecht“, sagt Siebenkotten. „Wer die höchsten Energiekosten zu tragen hat, wohnt nach wie vor in Häusern mit dem schlechtesten Energiestatus, kann sich aber keine besseren Wohnungen leisten, weil die Kaltmiete zu hoch ist.“
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“Rechtfertigung zielt nur ab”
Siebenkotten weiter: „Wir wissen nicht, wer der Bundesnetzagentur diese verrückte Idee gegeben hat.
„Die verheerende Reaktion auch aus der Wohnungswirtschaft zeigt, dass der Vorschlag schnellstmöglich zurückgezogen werden sollte“, sagte Siebenkotten. „Egal ob Eigentum oder zur Miete, wir alle müssen Energie sparen, aber wirklich alle, nicht nur Mieter. All dies kann und muss freiwillig geschehen.“
Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen frieren schneller
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Auch der Sozialverband VdK protestierte gegen mögliche Vorgaben zur Absenkung der Mindestheiztemperatur. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte: „Es muss nicht sein, dass Menschen im Winter in ihren Wohnungen frieren müssen. Vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige und chronisch Kranke. Sie bleiben zu Hause und sind besonders abhängig.“ In beheizten Räumen frieren beispielsweise Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen schneller als andere „Rentner“.
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Die Eigentümergemeinschaft Haus und Grund hingegen bezeichnete die von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene Kürzung als „wertvollen Schub“. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Private Vermieter werden alles daransetzen, dass ihre Mieter im Herbst und Winter warme Wohnungen haben“, sagte Verbandschef Kai Warnecke.
Um im Zusammenhang mit dem russischen Krieg in der Ukraine möglichst viel Gas einzusparen, schlug der Vorsitzende der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, zudem vor, den Heizwärmebedarf zu senken.
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Der Vorschlag sei sinnvoll, so Warnecke. Ein niedriger Grad Raumtemperatur bedeutet sieben Prozent weniger Energieverbrauch. „Alle Verbraucher, ob Mieter oder Vermieter, sind angehalten, ihr Heizverhalten nach Möglichkeit zu optimieren.“