HelloFresh-Quoteneinbruch: HelloFresh passt Jahresziele an

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HelloFresh wird skeptischer aufgrund der erhöhten Unsicherheit nach dem Ukraine-Krieg und der sich verschlechternden Verbraucherstimmung. Das zweite Quartal verlief besser als von Analysten erwartet. Da sich das wirtschaftliche Umfeld jedoch seit der ursprünglichen Prognose vom letzten Dezember deutlich eingetrübt hat und auch die Inflation Einzug hält, erwartet der Vorstand nun für 2022 ein geringeres Umsatz- und Betriebsgewinnwachstum.

Anfangs, kurz nach den Nachrichten, waren die Händler noch uneins darüber, ob das besser als erwartete Quartal oder die Herabstufung wichtiger war. Zuletzt fiel er jedoch um mehr als 10 Prozent auf 29,69 Euro, womit die Aktie das Schlusslicht des DAX bildete. Sie haben seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Und selbst Anleger, die HelloFresh-Papiere vor zwei Jahren gekauft und seitdem behalten haben, klagen über ein Drittel weniger ihres Portfolios.

Der DAX-Konzern gab überraschend in Berlin bekannt, dass der Konzernumsatz 2022 währungsbereinigt nur um 18 bis 23 Prozent steigen soll. Zuvor hatte der Vorstand einen Wert von 20 bis 26 Prozent festgelegt. Basierend auf einem Umsatz von knapp sechs Milliarden Euro im Vorjahr rechnet CEO Dominik Richter nun mit einem Umsatz zwischen 7,07 und 7,37 Milliarden Euro.

Bereinigt um Sondereffekte soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) weiterhin zwischen 460 und 530 Millionen Euro liegen. Ursprünglich wollte HelloFresh im laufenden Jahr einen operativen Gewinn zwischen 500 und 580 Millionen Euro erzielen. Im Vorjahr hatte der Wert bei 527,6 Millionen Euro gelegen.

Jefferies-Experte Sebastian Patulea schrieb in einer ersten Reaktion, dass die Prognosesenkung nicht so stark ausgefallen sei wie befürchtet. Er erwartet nicht, dass HelloFresh in diesem Jahr seine Ziele erneut kürzen wird.

William Woods, Analyst bei Bernstein Research, kommentierte, dass die Begrenzung der Jahresziele die wackeligen Grundlagen des Geschäftsmodells zeige. Er wies auch darauf hin, dass HelloFresh im zweiten Quartal erheblichem Gegenwind durch die Stärke des Dollars ausgesetzt war.

Insgesamt lief es für die Berliner im zweiten Quartal des Geschäftsjahres gut. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll nach vorläufigen Schlussfolgerungen zwischen 140 und 150 Millionen Euro liegen. Es wäre jedenfalls weniger als im Vorjahr, doch Analysten hatten mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Der Umsatz dürfte hingegen bei fast zwei Milliarden Euro liegen, nach 1,56 Milliarden im Vorjahr. Auch hier übertraf HelloFresh die durchschnittlichen Erwartungen. Das Management plant, den Bericht für das zweite Quartal und das erste Halbjahr am 15. August vorzulegen.

HelloFresh-Aktien stürzen nach Kürzung der Prognose für das Gesamtjahr ab

Die Aktien von HelloFresh gaben am Mittwoch starke Erholungsgewinne in einem starken Rückgang nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung auf. Zum Handelsschluss verlor sie 9,41 Prozent auf 29,94 Euro. Vor der Reduzierung der Jahresziele stiegen sie noch deutlich über sechs Prozent, in der Spitze sogar um rund acht Prozent.

Mit dem Kursverfall war HelloFresh nicht nur das mit Abstand Schlusslicht des DAX. Die Aktie fiel auch deutlich unter die 50-Tage-Gleitlinie, die den mittelfristigen Trend anzeigt, und liegt derzeit bei etwa 32,88 €. Auch im bisherigen Jahresverlauf ist das Papier mit einem aktuellen Minus von 56 Prozent nach Zalando der Schlusslichter im deutschen Leitindex.

Wie der Küchenboxen-Anbieter am Nachmittag mitteilte, wird er im zweiten Quartal bei Umsatz und Betriebsergebnis besser abschneiden als von Experten erwartet, hat aber seine Ziele für 2022 gesenkt. Beim Umsatzwachstum warte man nur noch auf einen Rang. von 18 auf 23 Prozent nach zuvor 20 bis 26 Prozent. Das bereinigte Ebitda wird zwischen 460 und 530 Millionen Euro erwartet. Bisher lagen sie zwischen 500 und 580 Millionen Euro.

„Die Berliner werden endlich etwas realistischer“, kommentierte ein Marktteilnehmer die gesenkten Ziele. Bernstein-Analyst William Woods betonte, dass trotz der offenbar positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung die Kundenzahl mit 8 Millionen die Prognose von 8,2 Millionen auf 8,4 Millionen verfehlt habe. Darüber hinaus profitierte HelloFresh im zweiten Quartal von deutlichen Währungseffekten.

„Während wir erwartet haben, dass Umsatz und Marge im zweiten Quartal unter Druck stehen werden, hat sich dies verzögert und Druck wird nun in der zweiten Jahreshälfte erwartet“, schrieb Woods unter Berufung auf die Verkaufswarnung und die Unternehmensgewinne. Diese Reduktionsprognose ist das Ergebnis der Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds, der Inflation, des Krieges in der Ukraine sowie einer deutlichen Schwächung des Verbrauchervertrauens.

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX)

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Bild: HelloFresh SE

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