Hells Angels and Bandits: Biker Bands: Wer sie sind und wie sie das Gesetz einhalten

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Mitglieder der Hells Angels and Bandits stehen derzeit in Bern vor Gericht. Ein Blick in die Rockerszene.

Was ist ein Rockclub? Im Grunde ist es eine Gruppe, die den Besitz von Motorrädern auferlegt. Laut Bundesamt für Polizei (Fedpol) werden international organisierte Gruppierungen wie der Hells Angels Motorcycle Club (MC), der Bandidos MC, der Outlaws MC und der Mongols MC als „rechtswidrige Vereinigung von Motorradfahrern“ bezeichnet. Das Bundeskriminalamt definiert eine Rockergruppe als Mehrpersonenvereinigung mit strenger hierarchischer Struktur, enger persönlicher Bindung der Gruppenmitglieder, mangelnder Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Polizei und selbst geschaffenen strengen Regeln.

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Bildunterschrift: Bandits wurde 1966 in den USA gegründet und ist heute in 33 Ländern präsent. Schlussstein / AP

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Bildunterschrift: Seit 1989 ist Bandidos MC auch in Europa vertreten. Keystone / DPA

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Bildunterschrift: Hells Angels und Bandidos sind Männerklubs. Schlussstein / AP

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Bildunterschrift: In Rockclubs besteht Motorradpflicht. Oft ist es eine Harley Davidson. Reuters

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Bildunterschrift: Gegen 22 Mitglieder der rivalisierenden Motorradclubs Hells Angels und Bandidos läuft derzeit in Bern ein Prozess. Aus beiden Lagern sind Mitglieder gekommen, um die Angeklagten zu unterstützen. Schlussstein

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Legende: Rund 200 Mitglieder der Rockbands Hells Angels und Bandidos sollen am 30. Mai 2022 ins Berner Büro gekommen sein. keystone

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Legende: Auch Mitglieder ausländischer Ableger von Bandidos reisten in die Schweiz. Schlussstein

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Titel: Bandidos-Mitglieder stehen am 30. Mai 2022 in Bern vor Gericht. keystone

Was unterscheidet Hells Angels von Bandits? „Beide Rockerbands blicken auf eine lange Tradition zurück und haben Ableger in der ganzen Welt“, sagt Bettina Zietlow vom Niedersächsischen Institut für Kriminologische Forschung. Der Wissenschaftler hat zwischen 2017 und 2019 die Rockszene in Deutschland untersucht und die Daten von mehr als 900 Verdächtigen ausgewertet. Hells Angels MC wurde 1948 in den Vereinigten Staaten gegründet und hat derzeit etwa 500 lokale Clubs, sogenannte Charters, in 58 Ländern. Auch die Bandidos haben ihre Wurzeln in Amerika: Sie wurden erstmals 1966 gegründet und sind in 33 Ländern präsent. Zietlow: „Beide sind reine Männerklubs mit festen Regeln und einer klaren Struktur.“

Wie gross sind Ihre Schweizer Clubs? Bandidos MC ist seit 2021 mit zwei Filialen in der Schweiz präsent. Laut Fedpol ist von «einer geringen zweistelligen Verwandtschaftszahl» auszugehen. Die Hells Angels hingegen sollen in Deutschland zwischen 150 und 200 Mitglieder haben, sagt Berpena Repesa, Mediensprecherin von Fedpol.

Wer sich über die internen Regeln der Szene hinwegsetzt, muss mit Repressionen durch die Hells Angels oder deren Unterstützer rechnen.

Diese Rocker würden „eine Spitzenposition“ in der lokalen Rockerszene beanspruchen. “Wer die internen Regeln dieser Szene missachtet, muss mit Repressionen der Hells Angels oder ihrer Unterstützer rechnen.”

Warum sind die beiden Seiten Feinde? Die Bildung von Schweizer Bandidos-Filialen hat laut Bundesamt für Polizei die Spannungen zwischen den Hells Angels und den Bandidos verschärft. «Fedpol sind mehrere teils strafrechtlich relevante Vorfälle im einstelligen Bereich bekannt, die vermutlich auf diesen Konflikt zurückzuführen sind», schreibt Berina Repesa.

Um den Zusammenhalt meiner Gruppe zu stärken, muss ich mich von anderen abgrenzen.

Generell sehen diese Gruppen ihren Single-Point-of-Sale gefährdet, sagt Bettina Zietlow. “Um den Zusammenhalt meiner Gruppe zu stärken, muss ich mich von anderen abgrenzen.” Auch der wirtschaftliche Wettbewerb spielt eine Rolle. Laut Polizei stören sich Rockclubs beispielsweise beim Umgang mit Drogen oder im Rotlichtmilieu.

Wie schätzt die Schweiz die kriminelle Energie von Rockbands ein? Laut Fedpol waren Mitglieder von Rock- und ähnlichen Rockgruppen mit Sitz in Deutschland in der Vergangenheit an Gewalt- und Eigentumsdelikten sowie Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz beteiligt. Laut Berina Repesa ist bisher noch kein Rocker “der Beteiligung an oder Unterstützung einer kriminellen Vereinigung” schuldig gesprochen worden.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass in der Schweiz „ernsthaftes Konfliktpotenzial“ vor Ort sei, die Intensität aber nicht mit der einiger deutscher Bundesländer vergleichbar sei.

Kuttenban: Deutschland verbietet das Logo der Hells Angels

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Titel: Verboten in Deutschland: Das Hells Angels-Logo in der Öffentlichkeit. Reuters

In Deutschland kam es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Rockbands. „Die Hürden gegen das Verbot dieser Clubs sind nach der im Grundgesetz verankerten Vereinigungsfreiheit hoch“, sagt Bettina Zietlow vom Niedersächsischen Institut für Kriminologische Forschung, das die Rockszene in Deutschland untersucht hat. „Sie gelingt zum Beispiel dann, wenn der Vereinszweck gegen das Gesetz verstößt.“

Plaketten in der Öffentlichkeit verboten

Wegen dieses Problems verschärften die Behörden 2017 das Vereinsgesetz: Sobald ein lokaler Rockband-Club verboten wird, dürfen seine Kennzeichen nicht mehr öffentlich verwendet werden. Da einige Ableger der Hells Angels und Bandits in Deutschland bereits verboten wurden, dürfen Mitglieder dieser Rockergruppen zum Beispiel generell keine Lederjacken mit entsprechendem Aufnäher mehr tragen. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Entscheidung 2020. Aus Sicht der Polizei habe das sogenannte „Kittelverbot“ seine Schattenseiten, sagt Bettina Zietlow: „Die Polizeiarbeit wird behindert, weil Rockergruppen nicht mehr so ​​leicht zu beobachten sind “.

Beteiligt an der organisierten Kriminalität

Laut Bundeskriminalamt werden in Deutschland immer mehr Ermittlungen gegen Rockclubs und deren Mitglieder geführt, die feststellen, dass kriminelle Rockgruppen auch mit anderen Gruppierungen der organisierten Kriminalität zusammenarbeiten. „Im Fokus stehen hier Gewaltkriminalität und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und das Waffengesetz (WaffG).“

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