Hertha BSC: Sandro Schwarz erklärt Russland-Verbleib

Vor seinem Start als Cheftrainer bei Hertha BSC blickt Sandro Schwarz noch einmal zurück – und begründet mit emotionalen Worten seine Entscheidung, Russland nach Kriegsbeginn nicht sofort verlassen zu haben.

Sandro Schwarz lag etwas schwer auf der Seele. Noch bevor der neue Trainer von Hertha BSC über Ziele, Taktiken und die Zukunft von Kevin-Prince Boateng sprach, hatte er seine erste Medienrunde für eine emotionale Erklärung genutzt.

In einem knapp sechsminütigen Monolog beschrieb Schwarz seine “innere Zerrissenheit” über die umstrittene Entscheidung, Dynamo Moskau nach Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine nicht zu verlassen.

Schwarz diente als “Anker”

“Ich konnte das vor mir selbst als Mensch vertreten, weil die Gruppe die gleiche Haltung hatte”, betonte der 43-Jährige, der sichtlich bewegt hinzufügte: “Wer mich kennt, der weiß, dass ich diesen Angriffskrieg und jegliche Form des Krieges in der Ukraine komplett verurteile.”

Eine ähnliche Sichtweise habe er auch im Umfeld von Dynamo gespürt. Die Leute dort seien “gute Menschen, die zu dem Thema eine klare Haltung haben, wie wir alle hier”, berichtete Schwarz: “Wenn ich nur ansatzweise gefühlt hätte, dass das Leben dort ab dem 24. Februar normal sei – dann wäre die logische Konsequenz für mich und meine Familie gewesen, Russland sofort zu verlassen.”

Seine Entscheidung, bis zum Saisonende in Moskau zu bleiben, hätte “nichts mit Sport, Titeln oder finanziellen Aspekten” zu tun gehabt, betonte Schwarz: “Es ging einzig und allein darum, den Menschen vor Ort zu helfen.” Er habe gespürt, dass er in dieser “sehr emotionalen Zeit” ein “Anker” für die Leute bei Dynamo gewesen sei.

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