Hertha BSC: Wird er heute Ultra-Präsident? Ihm wurde das Betreten des Stadions verboten

Hertha BSC steht vor einer großen Überraschung!

Bei der heutigen Wahl zum neuen Präsidenten des Clubs könnte erstmals ein ehemaliger Ultra den wichtigsten Posten des Clubs besetzen. So etwas gab es in der Bundesliga noch nie. Hertha wäre dann der erste Klub, der von einem ehemaligen Ultra regiert wird.

Kay Bernstein (41) gründete einst die Ultra-Harlekins-Formation, war jahrelang Leadsänger (Capo) eingefleischter Olympiastadion-Fans und erhielt dreimal Stadionverbot. Einmal wurde er von der Polizei abgeführt.

Heute ist er Inhaber einer Kommunikationsagentur und oberster Kritiker der Machtverhältnisse bei Hertha BSC.

Er sagt: „Ich plädiere für einen echten Neuanfang mit echten Inhalten und einem echten Wahlprogramm, nicht nur wegen der alten Garde und der Systeme, die Hertha an den Rand des Abgrunds gebracht haben.“

Bis zu 3.000 Mitglieder werden heute erwartet, bis zu 1.000 Follower soll Bernstein, der nach eigenen Angaben in der Szene nicht aktiv ist, motiviert haben. Sie ist der Hoffnungsträger für die organisierten Fans der Osttribüne.

Sein Rivale: der frühere CDU-Politiker und Unternehmer Frank Steffel (56). Mehr Erfahrung in der Vereinsführung hat der kommissarische Präsident des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin.

Seine Kandidatur wirft jedoch Fragen auf. Steffel wurde von Aufsichtsrat Klaus Brüggemann vorgeschlagen und gab seine persönliche Empfehlung ab, dass Steffel „alles für einen guten Präsidenten hat“. Zudem zogen zahlreiche Gegenkandidaten ihre Kandidatur zurück, um plötzlich Steffel zu unterstützen. Das wirkt abgesprochen und sorgt vor allem im Bernstein-Lager für Misstrauen.

Außerordentliche Mitgliederversammlung ist notwendig, weil Altpräsident Werner Gegenbauer (71) vorzeitig zurückgetreten ist. Ihm wurde vorgeworfen, nicht konstruktiv mit Lars Windhorst zusammengearbeitet zu haben. Der 374-Millionen-Investor hingegen sagte gegenüber BILD-TV im Februar, er werde die Zusammenarbeit mit Gegenbauer beenden und forderte dessen Abwahl.

Bei Hertha brennt es. Der Ex-Ultra gegen den Ex-Mann der CDU, die Revolution von außen gegen die Etablierten von innen: Bisher ist fraglich, ob die Spaltung des Vereins nach den Wahlen überwunden werden kann.

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