Hinweise auf eine Abweichung vom Update gab es bereits: In Österreich wird die Kronenpflichtimpfung abgeschafft

© dpa-tmn / Sebastian Gollnow Heute um 15:54 Uhr

Zunächst war Österreich Vorreiter, dann begann das Land zu zögern, die Impfpflicht gegen die Krone durchzusetzen. Nun wird die umstrittene Maßnahme komplett abgeschafft.

Die Impfpflicht gegen die Krone in Österreich wird abgeschafft. Das kündigte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Donnerstag in Wien an. Am Ende wurde das Gesetz ausgesetzt. „Eine Impfpflicht zwingt niemanden zum Impfen“, sagte Rauch. Auch der Krankheitsverlauf ist bei Omicron meist milder als bei der Delta-Variante des Virus, die bei Bekanntgabe des Wechsels im November 2021 noch dominant war. „Omikron hat die Regeln geändert“, sagt Rauch.

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Im Februar trat die Impfpflicht in Kraft. Sie hatte die Unterstützung aller Fraktionen außer der rechten FPÖ. Österreich war Vorreiter in der EU. Andere Länder hatten nur altersspezifische Regelungen. Ursprünglich war in Österreich geplant, ab dem 15. März jedem, der sich weigert, mit einem Bußgeld von bis zu 3.600 Euro zu drohen.

Doch bereits Anfang März gab es Hinweise auf eine Abkehr von der Impfpflicht. Die konservative ÖVP-Regierung und die Grünen sagten damals, die Vorgabe sei nicht angemessen für die vorherrschende Omicron-Variante.

In Deutschland ist im April ein parteiübergreifender Entwurf für eine generelle Impfpflicht zunächst ab 60 im Bundestag klar gescheitert. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) machte deutlich, dass er später keine Grundlage für einen neuen Anlauf sehe.

Bundesgesundheitsminister Johannes Rauch am 23. Juni bei einer Pressekonferenz erweitern. © REUTERS / Leonhard Föger

Die Debatte um die Impfpflicht in Österreich habe tiefe Gräben zwischen Familien, Vereinen und Unternehmen aufgerissen, sagte Rauch. Die Gesellschaft braucht Solidarität, gerade in Zeiten großer Sorge, Masseninflation und Krieg in der Ukraine. Angesichts neuer Corona-Wellen muss die Bevölkerung von der Sinnhaftigkeit der Auffrischimpfung überzeugt werden. „Das können wir nur, wenn der Wille auf Freiwilligkeit beruht“, sagte Rauch.

Am Ende trennt sich das ÖVP-Grüne-Bündnis nicht ohne Grund von einem geliebten Kind, kurz bevor im Herbst ein Marathon aus vier Landtags- und einer Bundespräsidentenwahl beginnt. Mit ihrer scharfen Kritik an der Impfpflicht kam die FPÖ gut an und organisierte Großdemonstrationen. Die Anfang 2021 gegründete Impfpartei MFG (Menschen – Freiheit – Grundrechte) erzielte beachtliche Erfolge bei Kommunal- und Landtagswahlen.

Das Interesse an Impfungen ist seit Anfang des Jahres zurückgegangen

Trotz drohender Impfpflicht sei das Interesse an einer Spritze seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Seit März herrscht in den Impfstationen eine besonders ausgeprägte Ruhe. Am Mittwoch erhielten nur 140 Menschen erstmals eine Spritze. 3.500 erhielten einen zweiten Schuss oder einen Boost. 62,4 % der Österreicherinnen und Österreicher haben gültige Impfungen.

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Auch in Deutschland steigt die Zahl der Kronenneuinfektionen derzeit deutlich an. Die Inzidenz von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liegt in Österreich bei etwa 550. Die Zahl der Patienten auf normalen Krankenstationen ist zuletzt wieder gestiegen. Die Situation auf den Intensivstationen ist bisher unverändert. Die Bettenauslastung bei Covid-19-Patienten ist so niedrig wie im Sommer 2021. (dpa)

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