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Wenn wir in der Schweiz von Hitze sprechen, sprechen wir unweigerlich vom „Jahrhundertsommer 2003“. Damals wurde im Schweizer Messnetz der absolute Höchstwert von 41,5 Grad gemessen. Aber auch im Juli 1983 oder Juli 2015 war es heiß. Am 7. Juli 2015 waren es in Genf 39,7 Grad.
Was die Hitze betrifft, so kann man sich im Sommer 2003, dem „Jahrhundertsommer“, nicht bewegen. Insgesamt war der Sommer 2003 um mehr als 4,5 Grad wärmer als im langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Dies ist in den Folgejahren nie wieder vorgekommen. Wir erlebten den zweitwärmsten Sommer 2015. Allerdings war es mehr als 1 Grad weniger warm als im „Jahrhundertsommer“. An den folgenden Stellen folgen die Jahre 2019, 2018 und 2017. Eine Konzentration heißer Sommer in den 10er Jahren dieses Jahrhunderts ist nicht zu leugnen. Geht man in der Zeit zurück, gab es schon einige sehr heiße Phasen. 1983 und 1947 sind sie vorne dabei, und 1921 hatte es auch sehr heiße Tage.
Der magische Hitzerekord in Grono
Am 11. August 2003 geschah etwas Magisches in Grono / GR im unteren Teil von Misox. Die Wetterstation des nationalen Wetterdienstes zeigte 41,5 Grad. Erstmals wurde die 40-Grad-Marke geknackt, danach war dieser Wert nicht einmal annähernd erreicht. Dieser Wert ist seither umstritten, da er in einer klassischen Wetterhütte gemessen wurde und nicht mit einem elektronischen Sensor. Heute liegt dieser gemessene Wert bei 40,5 Grad, aber die Korrekturmethode wurde nie veröffentlicht.
Bildunterschrift: Zürich-Reckenholz So messen Sie richtig. Die Wetterstation des staatlichen Wetterdienstes in Zürich-Reckenholz. FB
39,7 Grad Nord
In den Nordalpen ist 39,7 Grad in Genf die offiziell höchste Temperatur. Am 7. Juli 2015 wurde sie am Flughafen Genf-Cointrin registriert. Neben den beiden Basler Rekordstationen Delsberg, Chur und Nyon waren es bereits über 38 Grad. Im Süden gibt es außer dem „Grono-Ereignis“ keinen Wert über 38 Grad. 37,9 Grad, ebenfalls am 11. August 2003, sind ein Rekord für den Kanton Tessin.
Bildunterschrift: Locarno / TI Der Kanton Tessin hatte noch nie 38 Grad. Der Rekord seit 2003 liegt bei 37,9 Grad Irene Eichhorn
Heiße Tage für die Geschichte
Im Süden war der 11. August 2003 der heißeste Tag, im Norden war es der 13. August 2003, der zahlreiche Rekorde aufstellte, beispielsweise in Basel mit 38,6 Grad oder Schaffhausen mit 37,6 Grad. Im Westen gehen viele Rekorde auf den 7. Juli 2015 zurück. Neben Genf mit 39,7 Grad sind auch Nyon mit 38,0, Payerne mit 37,9 Grad und Bern mit 36,8 Grad enthalten. Auch die Tage Ende Juli 1983 stehen oft auf der Rekordliste. Dazu gehören Chur mit 38,1 Grad, Hallau mit 37,2 Grad und Zürich-Reckenholz mit 37,0. Typisch für diese Hitzeperioden ist, dass sie auf beiden Seiten der Alpen auftreten, aber meist nicht am selben Tag. Die Hitzerekorde von Lugano und Stabio der letzten Julidekade stammen ebenfalls aus dem Jahr 1983. Zahlreiche Rekorde in den Bergen datieren von Ende Juni 2019.
Bildunterschrift: Basel In Basel liegt der höchste Wert seit dem 13. August 2003 bei 38,6 Grad. Natalie Flachner
Es ist lange her!
Geht man in den Annalen weit zurück, taucht es eines Tages immer wieder auf. Der 28. Juli 1921 muss für die damalige Zeit extrem heiß gewesen sein. In Basel waren es 38,4 Grad und damit der zweithöchste Wert in der Geschichte des Bahnhofs. Am selben Tag wurden am Zürichberg 35,5 Grad gemessen, der vierthöchste Wert dieser Saison. Auch in Luzern, Bern und Genf ist es an diesem Tag unter den Top Ten, in Genf rangiert es mit 38,9 Grad sogar auf Platz zwei. Auch der 29. Juli ist in fast allen Jahreszeiten einer der heißesten der Geschichte. Allerdings gilt das auch für diese Werte, die damals mit einer anderen Messtechnik erfasst wurden.
Epische Hitzewellen
Menschen sind besonders von langanhaltenden Hitzewellen betroffen. Im August 2003 gab es in Locarno 14 aufeinanderfolgende heisse Tage, dh Tage mit maximal 30 Grad oder mehr. Dies, nachdem es im Juni 2003 bereits 18 Hitzetage mit nur einem Ruhetag gegeben hatte. Im Juni 2015 gab es in Genf 19 Hitzetage, aber nicht hintereinander. Auf den Juli 2015 folgten 15 Tage erbarmungslose Hitze in Sion. Der Sommer brachte insgesamt 44 heiße Tage. 2003 waren es sogar 56 Tage mit 30 oder mehr in Locarno. Auch in diesem Sommer gab es zahlreiche heiße Tage. Bisher wurden in Biasca 29 Hitzetage gemessen, aber diese Station ist erst seit 2017 in Betrieb und daher gibt es keine Vergleichsdaten. Bisher wurden 24 Hitzetage in Stabio und 21 in Sion registriert. Weitere werden in den kommenden Tagen folgen, auch Hitzerekorde dürften gebrochen werden.