Hitzerekorde im Juni in Spanien und Frankreich

18.06.2022 14:03 (18.06.2022 14:10)

In Frankreich werden bis zu 43 Grad erwartet © APA / THEMENBILD

Die schlimmste Juni-Hitzewelle seit 1950 in Spanien ließ die lokalen Thermometer am Samstag über 44 Grad steigen. Auch nachts gab es keine wirkliche Abkühlung, in weiten Teilen des Landes sanken die Temperaturen nach Sonnenuntergang kaum auf 20 Grad. Auch in Frankreich wurden Rekordtemperaturen erwartet. Der Wetterdienst sprach von einem “echten Notfall”. Währenddessen regnete es noch in halb Griechenland, und die Hitze sollte nächste Woche anhalten.

In spanischen Städten gingen die Menschen oft zu Springbrunnen, Eisdielen und klimatisierten Einkaufszentren, um sich abzukühlen, berichteten Medien. Einige der Strände an der Mittelmeer- und Atlantikküste waren bereits in den frühen Morgenstunden des Samstags voll. Der Rekord für diese heiße Jahreszeit wurde am Freitag im andalusischen Andújar mit 44,2 bis 44,3 Grad verzeichnet.

Nach Angaben des Wetterdienstes der Aemet soll es am Samstag vor allem in den Regionen Katalonien, Navarra und dem Baskenland im Nordosten und Norden des Landes sowie in Andalusien im Süden besonders heiß zwischen 40 und 42 Grad werden. Ansonsten war es nicht so toll: In der Hauptstadt Madrid sollte die Quecksilbersäule am Samstag auf 39 Grad steigen. Auf der Ferieninsel Mallorca wurden bis zu 37 Grad erwartet. Die sogenannten Tropennächte hindern Spanier am Schlafen.

Hitze und Dürre haben zum Ausbruch zahlreicher Waldbrände geführt, die nach offiziellen Angaben in wenigen Tagen bereits gut 25.000 Hektar in verschiedenen Teilen Spaniens vernichtet haben. Diese umfasst eine Fläche von etwa 35.000 Fußballfeldern. Am Samstag brannten vielerorts weiterhin unkontrolliert Flammen. Noch schlimmer war die Situation in der Sierra de la Culebra nahe der Grenze zu Portugal im Nordwesten Spaniens, wo 20.000 Hektar Wald zerstört und 1.700 Menschen evakuiert wurden.

Aemet kündigte an, dass die Hitzewelle nach einer guten Woche am Sonntag deutlich nachlassen werde. In Madrid etwa sollen es noch etwa 30 Grad sein. Auf Mallorca und Navarra werden Einheimische und Urlauber bei Temperaturen von bis zu 37 Grad noch mindestens bis Montag kräftig schwitzen.

In Spanien nehmen Hitzewellen zu, sagte Aemet-Sprecher Rubén del Campo. Der absolute Rekord wurde im vergangenen August in Montoro de Andalucía gemessen: 47,4 Grad. Diese Entwicklung ist auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen. Del Campo warnte in einem Interview mit der Zeitung „La Vanguardia“, dass es nicht verwundern sollte, wenn irgendwann die Marke von 50 Grad erreicht wird.

Auf dem Höhepunkt der Hitzewelle in Frankreich wurden am Samstag Höchsttemperaturen von bis zu 43 Grad und weltweit 35 bis 39 Grad erwartet. Im Zusammenhang mit der lang anhaltenden schweren Dürre bestand ein hohes Waldbrandrisiko, und die Feuerwehr griff immer wieder auf Waldbrände zurück. Von der Atlantikküste in Frankreich werden ab Sonntagnacht Stürme erwartet, die dann auch andere Landesteile betreffen werden. Lokal könnten diese Stürme von starken Windböen und starken Stürmen begleitet werden. Das Ende der Hitzewelle wird erwartet, die nur im Osten Frankreichs länger andauern wird.

In Griechenland regnet es am Wochenende von Norden und Westen und es kommt punktuell zu Stürmen. Zum Beispiel auf der bei Touristen beliebten Halbinsel Peloponnes, aber auch in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki. Allerdings bleibt es in regnerischen Regionen mit Temperaturen um die 27 Grad warm.

Wer hingegen auf Kreta und den Kykladen-Inseln Urlaub macht, kann mit wolkenloser Sonne und Temperaturen um die 30 Grad rechnen. Meteorologen erwarten, dass die Hitzewelle in Westeuropa Griechenland erst Mitte nächster Woche erreichen wird, und zwar wohl in abgeschwächter Form.

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