Hitzewelle im Juni: Stierhitze und Tropennacht

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Seit Mittwoch trifft uns eine Hitzewelle. Am Freitag erreichte sie in Biasca 36,6 Grad und am Samstag 35,5 Grad in Basel. Es folgte vielerorts eine Tropennacht. Die Temperaturen fielen nicht unter 20 Grad. Am Sonntagnachmittag könnte es mit dem aufkommenden Föhn noch heißer werden.

Bildunterschrift: Schluss mit der Hitze Kühlen Sie sich abends am Rhein bei Basel ab. Tagsüber zeigte das Thermometer bis zu 35,5 Grad an. Pere Wehrli

Seit Mittwochnachmittag liegen die Temperaturen in der Schweiz meist über 30 Grad. Einen ersten Vorgeschmack auf die Hitzewelle gab es am Mittwochnachmittag in Zion mit 34,4 Grad. Am Freitag war es bei Nordwind sehr heiß, vor allem im Süden. Mit 36,6 Grad in Biasca, dank der Unterstützung von Nordföhn, die höchste Temperatur im Juni seit Beginn der Messungen. Gemessen wird in Biasca allerdings erst seit September 2017. Besonders heiß war es am Samstag im Norden. In Basel zeigte das Thermometer 35,5 Grad. Das war der höchste Wert in den Nordalpen im Jahr 2022. Sehr heiß war es auch in Visp mit 35,4 Grad und Delsberg mit 35,0 Grad. Teilweise wurden noch höhere Werte gemeldet, diese wurden aber nicht an einer offiziellen Station mit Referenz gemessen.

Bildunterschrift: Napf Am Napf wurde es die ganze Nacht über nie kälter als 18,2 Grad, aber nicht genug für eine Tropennacht. Elias Frey

Die Nacht der Nächte

Vielerorts in der Schweiz herrschte in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine sogenannte Tropennacht. Das bedeutet, dass die Temperatur die ganze Nacht über nicht unter 20 Grad gefallen ist. In Föhngebieten und leicht erhöhten Orten fiel die Temperatur teilweise nicht unter 22 Grad, wie etwa Bad Ragaz/SG und Sevelen/SG oder Evionnaz/VS. Tropennacht gab es auch am Genfer- und Neuenburgersee oder auf den Jurahöhen, zum Beispiel in Rünenberg / BL. Noch spektakulärer als die Tiefsttemperatur war die Situation um 4 Uhr morgens. Gemessen wurden dann 28,5 Grad in Gersau und 27,3 Grad in Sevelen.

Bildunterschrift: Locarno / TI Freitag bei Nordwind 31,3 Grad in Locarno. Irene Eichhorn

Möglichkeit zur Registrierung

Die Tropennacht bietet auch eine Rampe für Rekordtemperaturen. Beträgt die Frühtemperatur nicht 10 Grad, sondern mehr als 20 Grad, werden am Nachmittag automatisch höhere Temperaturen erreicht. Am frühen Nachmittag um 1 Uhr wurden beispielsweise in Genf 34,4 Grad gemessen, aber auch in Sevelen zeigte das Thermometer 34,0 Grad. Am Nachmittag werden wieder Höchstwerte zwischen 32 und 36 Grad erwartet, in den Föhngebieten, aber auch teilweise im Jura sind 37 Grad möglich. Dies wäre ein neuer Rekord für den Monat Juni in unserem Land. Weiter geht es Anfang nächster Woche mit Temperaturen von über 30 Grad. Für absolute Maximalwerte sollte es aber nicht reichen.

Bildunterschrift: Der Walenstädter Samstag war vielerorts lange wolkenlos. Per Eicher

Was war die bisher höchste Temperatur im Juni?

In der amtlichen Statistik des staatlichen Wetterdienstes werden die 36,9 Grad vom 27. Juni 1947 in Basel noch immer als Rekord geführt. Allerdings war die damalige Messtechnik völlig anders und nicht mit der heutigen Instrumentierung zu vergleichen. Bei obiger Messtechnik waren die Maximaltemperaturen automatisch höher. Bei der letzten Hitzewelle im Juni 2019 wurden in Zion am 28. Juni ebenfalls 36,9 Grad und am 30. Juni sogar 37,0 Grad gemessen. Diese Werte wurden jedoch nachträglich nach unten korrigiert, da der Flughafenbahnhof Sion nicht mehr dem internationalen Benchmark entsprach.

Legende: Fiescheralp / Märjelensee. Die Alpen haben größtenteils geschneit. Wenig überraschend liegt die Null-Grad-Grenze bei etwa 4300 Metern. Klaus Mining

Die heißeste Zeit des Jahres steht noch bevor

Absolute Höchsttemperaturen im Juni sind eher selten. Die heißeste Phase des Jahres wird nur während der Hundetage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August erreicht. Schaut man sich die Jahreshöchststände in der Schweiz im 21. Jahrhundert genauer an, so stellt man fest, dass die Jahreshöchststände neun Mal im Juli, acht Mal im August und nur fünf Mal im Juni auftraten und auch die absoluten Höchststände deutlich im Juli und August. höher als im Juni. Für den August liegt das absolute Maximum bei 41,5 Grad (2003) und im Juli bei 39,7 Grad (2015). Die aktuellen Temperaturen sind eher bescheiden.

Woher kommt die Wärme?

Seit Tagen herrscht vor der portugiesischen Atlantikküste ein Tiefdruckgebiet, in dem sich gerade das klassische Hoch der Azoren befinden sollte. Die Folge davon ist, dass in den letzten Wochen immer wieder südliche Strömungen von Spanien bis zu den Alpen installiert werden konnten. Dies führte vor etwa einem Monat zu den ersten heissen Tagen in der Schweiz. Spanien leidet seit Tagen unter Dauerhitze. Im Raum Sevilla – Córdoba liegen die Temperaturen nahezu konstant um die 40 Grad mit Höchstwerten von bis zu 43 Grad. Da sich das Tiefdruckgebiet jetzt in Richtung Biskaya bewegt, bewegt sich diese Hitze jetzt in Richtung Alpen. Da die Sonne hier nicht so stark ist wie in Spanien, sind die Höchsttemperaturen nicht so hoch. Am Samstag verlagerte sich das Hitzezentrum von Südspanien in den Südwesten Frankreichs. In Biarritz wurden 43 Grad gemessen. Aber auch nahe der Schweizer Grenze waren es 37 Grad, zum Beispiel im elsässischen Colmar.

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