Hitzewelle in Europa: Temperaturen bis zu 44 Grad: “Das ist wirklich unverschämt!”

– Temperaturen bis zu 44 Grad – “Das ist wirklich unverschämt!”

Auch in Großbritannien sollen sie in den nächsten Tagen über 35 Grad liegen. Die Waldbrandsituation erreicht in mehreren Ländern ihren Höhepunkt.

Gepostet heute um 11:34

Ein Mann kühlt im Frühling ab: In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen in Europa wieder steigen.

Foto: Schlüsselstein

Nachdem Spanien und Portugal seit Tagen unter einer Hitzewelle stöhnen, werden nun auch in Frankreich und Großbritannien hohe Temperaturen erwartet. Die Hitzewelle in Westeuropa “betrifft vor allem Spanien und Portugal, wird sich aber voraussichtlich verstärken und ausbreiten”, sagte eine Sprecherin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf. Laut Wissenschaftlern verursacht der Klimawandel häufigere und intensivere Hitzewellen.

In Frankreich brannten am Dienstag 1.000 Hektar Wald in der Region Bordeaux. Wegen eines weiteren Feuers in der Nähe der Dune du Pilat, der höchsten Düne Europas, wurden nach Angaben der Feuerwehr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch rund 6000 Camper vorsorglich evakuiert.

Die französische Premierministerin Elisabeth Borne hat ihr Kabinett aufgefordert, sich auf die Auswirkungen der Hitzewelle auf die Bevölkerung vorzubereiten, die voraussichtlich noch mindestens bis Anfang nächster Woche andauern wird. Ab Mittwoch werden Temperaturen zwischen 31 und 36 Grad erwartet, im Südwesten zeitweise bis zu 38 Grad.

In Großbritannien prognostiziert die britische Wetteragentur Met Office ab Sonntag Temperaturen über 35 Grad in England und Schottland. Wasserversorgungsunternehmen forderten die Briten auf, jeden Tropfen zu sparen und nur so viel Wasser zu erhitzen, wie sie für ihre Tasse Tee benötigen. Zum Vergleich: In der Schweiz werden in den kommenden Tagen im Süden und Westen bis zu 35 Grad erwartet. Auch im Rest des Landes wird es heißer als 30 Grad. Nächste Woche könnte es noch höhere Temperaturen geben

“Es ist die Hölle”

Es wird erwartet, dass die Temperaturen in Spanien bis Donnerstag steigen, mit Höchstwerten von bis zu 44 Grad in Andalusien im Süden des Landes. Nur die Kanarischen Inseln im Atlantik vor der Westküste Afrikas blieben vor der Hitze verschont.

Es sei „die Hölle“, schrieb die Zeitung „El País“. Die bekannte Zeitung zitierte Aemets Pressechef Cayetano Torres mit den Worten: “Das ist wirklich ungeheuerlich!” Laut Aemet dürfte diese zweite Hitzewelle des Jahres in Spanien eine der längsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1975 sein. Offiziellen Angaben zufolge begann die Hitzewelle am Samstag, ihren Höhepunkt wird sie in der Mitte erreichen Woche und wird voraussichtlich bis Anfang nächster Woche andauern.

Besonders heiß dürfte der Mittwoch mit Temperaturen von bis zu 44 Grad in Andalusien im Süden und Extremadura im Westen des Landes werden. In einigen Provinzen dieser Regionen sowie in der Autonomen Gemeinschaft Galicien galt Alarmstufe Rot, für einige Teile Mallorcas wurde „nur“ Alarmstufe Gelb ausgerufen. Dort soll die Quecksilbersäule am Mittwoch auf 38 Grad steigen.

In den Städten suchten die Menschen in den frühen Morgenstunden Abkühlung in Springbrunnen und Eisdielen, vollklimatisierten Einkaufspassagen und Cafés. Auch die Strände der Mittelmeer- und Atlantikküste füllten sich Medienberichten zufolge schnell. Aufgrund der Tropennächte klagten viele Spanier über Schlafprobleme.

In Kombination mit einer wochenlangen Dürre und starken Winden begünstigt die Hitze den Ausbruch und die Ausbreitung von Waldbränden. Das schlimmste Feuer des heutigen Tages wütete am Mittwoch in der Gemeinde Las Hurdes nahe der Grenze zu Portugal weiter. Die Flammen haben bereits rund 3.500 Hektar vernichtet. Auch im benachbarten Portugal kämpften Feuerwehr und Zivilschutz vor allem in der Mitte des Landes gegen Waldbrände mit teils deutlich über 40 Grad.

Aufgrund der aktuellen Hitzewelle hat die portugiesische Regierung die Rettungsschwimmer bis Freitag in höchste Alarmbereitschaft versetzt. „Die Wettervorhersage für die kommenden Tage bleibt angesichts der Brandgefahr sehr besorgniserregend“, sagte Ministerpräsident António Costa.

Auch italienische Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrände

In Italien besteht weiterhin die Gefahr neuer Waldbrände. Feuerwehrleute in der toskanischen Provinz Massa Carrara an der Grenze zu Ligurien haben am Mittwoch die Flammen auf einem schwer zugänglichen Hügel bekämpft, teilten die toskanischen Behörden mit.

Vor Ort sind zwei Helikopter und sechs Einheiten unterschiedlicher Kräfte. Aufkommender Wind könnte die Flammen in der Gegend anheizen.

Waldbrände in der Nähe von Palermo, Sizilien. In Italien herrschen derzeit Hitze und Dürre vor. Vor allem Trockenheit in Kombination mit Wind sorgt immer wieder für Wald- oder Waldbrände.

Foto: Feuerwehr

Südtiroler Feuerwehrleute haben am Mittwoch auch einen Waldbrand in Bozen gelöscht. Auf Sizilien und Sardinien gab es in Teilen der Ferieninseln eine Erhöhung der Waldbrandwarnstufe.

In Italien herrschen derzeit Hitze und Dürre vor. Vor allem Trockenheit in Kombination mit Wind sorgt immer wieder für Wald- oder Waldbrände. Vor allem im Norden hat es in diesem Jahr bisher deutlich weniger geregnet als sonst.

sda/afp

Gepostet heute um 11:34

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