Hitzewellen haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit

von. – 18.07.2022 14:09 (18.07.2022 wirkt 20:21)

© FOTO: APA / TOBIAS STEINMAURER (Symbolbild)

Tage mit Temperaturen über 30 Grad werden häufiger und damit auch die gesundheitlichen Belastungen. Dies wirkt sich auch auf die Zahl der Rettungseinsätze aus.

Eine gängige Definition einer Hitzewelle ist, wenn die Temperaturen an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen über 30 Grad steigen.

Wärmeschutzplan hilft bei Hitzewellen

Die Maßnahmen nach dem seit 2017 geltenden Wärmeschutzkonzept sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Dies hat mit den geografischen und klimatischen Besonderheiten der verschiedenen Gebiete zu tun. „Während Hitzewellen sind städtische Gebiete tendenziell viel stärker betroffen als ländliche Gebiete, vor allem, weil die Nachttemperaturen in Städten weniger sinken als auf dem Land“, sagte die APA des Gesundheitsministeriums.

Hitzewellen erhöhen die Zahl der Rettungseinsätze

Konstant hohe Temperaturen spiegeln sich auch in der Zahl der Rettungseinsätze wider. “Hitze setzt den menschlichen Körper stark unter Druck. Wenn Hitzewellen mehrere Tage andauern und zu Tropennächten führen, wird der Körper besonders beansprucht. Babys, Kleinkinder und ältere Menschen werden durch die Hitze besonders gestresst”, sagt Corina Had, Sprecherin des Wiener Berufsrettungsdienstes.

Der Rekord für „Hitze“ im Wiener Berufsrettungsdienst wurde erst kürzlich im Juni 2021 erreicht. Damals musste das Gerät innerhalb von 24 Stunden 1.191 Mal zum Einsatz kommen, oft wegen hitzebedingter Notfälle. Normalerweise seien es im Schnitt 800 bis 900 Einsätze im gleichen Zeitraum, hieß es damals. In diesem Jahr habe es immer wieder atypische Werte von Tagen mit mehr als 1.000 Einsätzen gegeben, aber nicht immer durch Hitze und Schwankungen, sagte Had im APA-Interview.

Schwindel, Kollaps, Krankenhaus

Ähnliche Beobachtungen gibt es in Bundesländern beim Roten Kreuz, insbesondere in Landeshauptstädten, wie die Pressestelle auf Anfrage der APA mitteilte. Zur Verdeutlichung sei das Beispiel Wien herangezogen: Hier sind die Operationszahlen – Notoperationen und Krankentransporte – stabil auf hohem Niveau. Darüber hinaus werden Unterstützungsanfragen des Magistrats der Stadt Wien bearbeitet. „Hitzeoperationen“ werde es nicht ausdrücklich genannt, da Menschen bei inneren Problemen oft den Notruf wählen und beispielsweise über Schwindel, Bluthochdruck oder Kreislaufprobleme klagen, dies liege aber zum Teil an Ausflusstemperaturen, sagte er. „Bei gutem Wetter sind die Menschen auch mehr im Freien unterwegs, daher häufen sich in dieser Jahreszeit Freizeitunfälle wie beim Sport oder Schwimmen sowie Unfälle mit zwei Rädern.“

Das Rote Kreuz ist berufen, in öffentlichen Räumen wie Badezimmern oder Straßenbahnen sowie in Fußböden zu arbeiten, die mit Hitze in Verbindung gebracht werden können. „Mögliche Ursachen für die Alarme sind Kollaps, Flüssigkeitsmangel, niedriger Blutdruck, Schwindel“, sagte er.

Auswirkungen von Hitze auf Krankenwagen und Krankenhäuser

„Auch in großen Krankenwagen, zum Beispiel bei Konzerten im Ernst-Happel-Stadion, ist Hitze im Zusammenhang mit zu geringer (alkoholfreier) Flüssigkeitsaufnahme der häufigste Grund für Kreislaufprobleme“, sagt Peter Schimanek, Einsatzleiter des Roten Kreuzes im Rolling Stones-Konzert am vergangenen Freitag im Happel-Stadion. Um die Menschen zu erfrischen, eröffnet das Wiener Rote Kreuz diese Woche wieder das „Cooling Center“ im Nord-Einkaufszentrum. Es ist ein ruhiger, klimatisierter Raum, in dem man sich für ein paar Stunden vom Hitzestress erholen kann.

Die Folgen heißer Temperaturen sind je nach Alter und Vorerkrankungen unterschiedlich und reichen von leichtem Schwindel über Kreislaufversagen bis hin zum Hitzschlag. Im Extremfall können Nierenversagen, Hirnödeme und Krämpfe die Folgen sein.

Allerdings ist es offensichtlich schwer nachzuvollziehen, wie sich Hitzeopfer auf den Gehweg von Krankenhäusern auswirken. „Da ‚hitzebedingte Gesundheitsbeeinträchtigungen‘ keine Diagnose sind, kann auch nicht erfasst werden, wie viele Patienten wegen hitzebedingter Gesundheitsprobleme hospitalisiert werden müssen“, teilte der Wiener Gesundheitsbund auf APA-Anfrage mit. Hinsichtlich der Lieferfähigkeit seien keine besonderen Vorbereitungen erforderlich, versicherte er weiter. In jedem Fall ist das klinische Personal geschult, um hitzebedingte Gesundheitsprobleme bei Patienten zu erkennen.

Die Sterblichkeit durch Hitzewellen nahm zu

Auch Hitzetage führen zu einem deutlichen Anstieg der Sterblichkeit, wie das Gesundheitsministerium in einer Ausgabe illustriert. Berechnungen des Modells der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zeigen, dass zwischen 2017 und 2019 die Zahl der zusätzlichen Hitzetoten zwischen 198 und 550 Personen lag. In den Jahren 2016 und 2020 wurden keine weiteren Todesfälle verzeichnet.

Empfehlungen für die Hitzewelle

APA-Kontakte betonten jedenfalls einhellig, dass es wichtig sei, sich an die Empfehlungen zu halten, um mit der Hitze gut zurechtzukommen. Dazu gehören starker Alkoholkonsum (aber ohne alkohol- oder koffeinhaltige Getränke), leichte, atmungsaktive Kleidung, das Tragen einer Kopfbedeckung in der prallen Sonne, möglichst der Aufenthalt im Schatten.

In Wohnungen sollten Gardinen, Jalousien und Rollläden tagsüber geschlossen und morgens bzw. abends und nachts gelüftet werden. Freizeitaktivitäten könnten in Innenräume verlagert werden (z. B. Kino, Museum, Einkaufszentrum). Und noch ein wichtiger Tipp: „Vermeiden Sie auf jeden Fall körperliche Anstrengung bei der Hitze und nutzen Sie die kühlen Morgen- und Nachmittagsstunden für Sport oder Einkäufe.“

Im Interesse der Betroffenen ließen sich dadurch viele Rettungseinsätze vermeiden, wie er anhand eines Praxisbeispiels aus der Vergangenheit verdeutlicht hatte: Eine Frau, etwa 65, spielte um 14 Uhr in wärmerem Klima Tennis. (ca. 33 Grad). Durch die massive körperliche Anspannung erlitt er einen Kreislaufkollaps. Der professionelle Rettungsdienst versorgte die Frau notärztlich und brachte sie ins Krankenhaus.

Heizung Telefon 24 Stunden am Tag verfügbar

Daher warnte das Gesundheitsministerium in den kommenden Tagen vor einer besonderen Vorsichtsmaßnahme. Bei Fragen erreichen Sie die Hotline unter 050 555 555. In akuten Fällen rät das Gesundheitstelefon 1450, im Notfall solle der Krankenwagen alarmiert werden, sagte er am Montag in einer Aussendung.

Auch Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) forderte: „Achten Sie besonders auf kleine Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke, sowohl auf Familie, Freundeskreis als auch auf die Nachbarschaft. Bieten Sie so viel Unterstützung an, wie Sie können.“

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