28. Juni 2022 – Das iHome Lab der Hochschule Luzern hat zusammen mit Brelag einen Sprachassistenten namens Bodyguard entwickelt, der die Privatsphäre schützen und sich nur bei Bedarf mit dem Internet verbinden soll.
Sprachassistenten wie Siri oder Alexa können das Leben erleichtern, aber an Datenschutz und Privatsphäre bestehen keine Zweifel, da Mikrofone ständig auf die Umgebung hören müssen, damit dem Sprachassistenten nicht das Aktivierungswort verloren geht. “Man kann nie genau wissen, wo die Daten in der Cloud landen und wer Zugriff darauf hat. Diese Architektur bietet auch Angriffspunkte für Cyberattacken”, sagt Andrew Paice, Leiter des iHomeLab an der Hochschule Luzern. Deshalb hat das iHome Lab der Hochschule Luzern zusammen mit der Brelag Schweiz nun einen Sprachassistenten entwickelt, der auf den Schutz der Privatsphäre abzielt. Es funktioniert offline, sodass Sie keine Internetverbindung benötigen, und die Mikrofone sind immer ausgeschaltet, es sei denn, sie werden absichtlich eingeschaltet. Das Bodyguard genannte Gerät vereint die gesamte Intelligenz, um Absicht und Inhalt des gesprochenen Textes zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Paice erklärt: „Bodyguard kann grundsätzlich auf das Internet zugreifen, um beispielsweise Informationen wie Wetterberichte abzurufen, wird aber ansonsten nur lokal für klar definierte Zwecke genutzt.“
Je nach Anzeige sind die Einsatzmöglichkeiten vielfältig. So ermittelt Bodyguard zum Beispiel per CO2-Sensor, wenn die Raumluftqualität nachlässt und fragt dann den Nutzer, wie das Smart Home reagieren soll. Das Fenster kann dann beispielsweise per Sprachbefehl geöffnet werden. Aber auch die Leistung einer Photovoltaikanlage lässt sich mit Bodyguard vorhersagen. So kann zB die Waschmaschine vorerst mit der höchsten Stromproduktion programmiert werden. Dazu benötigt das System einen temporären Internetzugang, um die Wettervorhersage zu prüfen. Die Sprach- und Datenverarbeitung erfolgt jedoch wie versprochen immer lokal. Neben Smart-Home-Funktionen kann Bodyguard auch als Sturzmelder fungieren. Eine Smartwatch mit Beschleunigungssensor erkennt mithilfe eines Algorithmus, ob jemand gestürzt ist. Das Sprachsystem schaltet sich dann über die Freisprechfunktion der Uhr ein und fragt Sie, ob Sie gestürzt sind und Hilfe benötigen. (April)