Höchstpreis für Strom: ÖVP ruft Wifo-Chef dagegen

von. – 11.07.2022 11:00 (akt. 11.07.2022 11:00)

Wifo-Chef Felbermayr ist gegen eine Strompreisobergrenze. © APA / Barbara Gindl (Symbolbild)

Wifo-Chef Gabriel Felbermayr spricht sich gegen den Strompreis aus. Es wurde am Sonntag im “Standard” und in der ZIB2 geäußert. Aber was ist mit der ÖVP?

In der ÖVP werden Rufe nach Begrenzung der Strompreise lauter. Nach Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprachen sich am Montag der steirische Landeshauptmann Christopher Drexler und sein oberösterreichischer Partei- und Amtskollege Thomas Stelzer zu dem Schritt aus. Die FPÖ kritisierte ihrerseits das „Schattenboxen“ in den türkisfarbenen Reihen.

Mikl-Leitner für die Strompreisgrenze

Das niederösterreichische Landesoberhaupt forderte am Wochenende eine Preisobergrenze und kritisierte das mangelnde Handeln gegen die Inflation und damit indirekt Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), der sich zuletzt im Nationalrat gegen eine Preisobergrenze ausgesprochen hatte. Auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) äußerte sich am Sonntag negativ.

Drexler hingegen war aufgeschlossen. Auch während der Corona-Pandemie habe die Regierung Schritte unternommen, die vorher niemand für möglich gehalten habe, sagte sie der Zeitung „Österreich“ am Montag. Aber es seien massive Eingriffe nötig, argumentierte er, “es könnte auch eine Preisobergrenze nötig sein.”

Umgang mit der Strompreisgrenze

Ähnliche Töne kamen auch aus Oberösterreich: „Wir sollten mit Experten über eine Preisobergrenze nachdenken“, sagte Stelzer der Zeitung „Österreich“. Es ist klar, dass mehr Unterstützung und Hilfe benötigt werden.

Kritik am “Richtungsstreit” um die ÖVP kam von FPÖ-Chef Herbert Kickl. Während ÖVP-Landeshauptleute eine Preisobergrenze für Strom fordern, will das ÖVP-Team der Bundesregierung davon nichts wissen, sagt Kickl: „Dieses Boxen im ‚Schatten in der ÖVP-Blase hilft den Menschen leider nicht‘ . Preisobergrenzen können nur der erste Schritt als Sofortmaßnahmen sein und sollten einem „Ausstieg aus der Spirale eskalierender Sanktionen“ folgen, sagte er und stellte ein Referendum zu diesem Thema in Frage.

Felbermayr gegen Strompreisbegrenzung

Wifo-Chef Gabriel Felbermayr spricht sich gegen den Strompreis aus. Das würde dem Zwang zum Energiesparen entgegenwirken, wie er im „Standard“ (Montagsausgabe) und der ZIB2 vom Sonntag sagte. „Hohe Preise führen dazu, dass das Angebot steigt und die Nachfrage sinkt“, sagt der Ökonom. Felbermayr kann sich aber sehr gut vorstellen, in den Markt einzugreifen, etwa durch progressive Stromtarife oder eine europaweite Förderung von Gasstrom.

Felbermayr könne sich beispielsweise vorstellen, „dass alle Haushalte eine bestimmte Strommenge als Gratisstrom, als Guthaben erhalten“. Damit würde die Preisexplosion eingedämmt, ohne dass die Anreize zum Sparen verloren gehen. „Die Idee wäre, die Stromrechnung zu begrenzen, aber Preissignale bei den Haushalten ankommen zu lassen“, erklärt Felbermayr.

Gassubvention für die Stromerzeugung

Auch eine Subventionierung von Gas zur Energieerzeugung, wie sie in Spanien und Portugal geschieht, würde gegen die Explosion der Strompreise helfen. Dies ist laut Felbermayr jedoch nur europaweit möglich. „Wenn wir das alleine in Österreich machen würden, würde der Strompreis hier zunächst sinken, aber das würde auch Verbraucher, Industrie und Haushalte freuen, zum Beispiel in Bayern oder Italien. Und am Ende würde der österreichische Steuerzahler diese Förderung bekommen.“ Für andere handeln“.

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