HOCHTIEF-Aktie verliert: HOCHTIEF nutzt Kapitalmarkt für vollständige Übernahme von CIMIC

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Der Löwenanteil der etwas mehr als 400 Millionen Euro aus der Platzierung stammt von der spanischen Muttergesellschaft ACS. HOCHTIEF gab am Donnerstag in Essen bekannt, dass knapp über sieben Millionen neue Aktien zu je 57,50 Euro ausgegeben wurden.

Damit hat sich die Zahl der HOCHTIEF-Aktien um rund zehn Prozent auf knapp 78 Millionen erhöht. Dem spanischen Konzern ACS wurden 85 Prozent der neuen Aktien zugeteilt. Damit ist die Beteiligung der Spanier an HOCHTIEF von zuletzt knapp über 50 Prozent leicht gestiegen.

Der Nettoerlös der Kapitalerhöhung wird nach Angaben vom Mittwochabend zur Stärkung der Eigenkapitalbasis verwendet, indem ein Teil der eingeworbenen Mittel für den Gesamterwerb von CIMIC getilgt wird. Hochtief hatte Ende Februar angekündigt, CIMIC komplett übernehmen zu wollen. Für die restlichen 20 Prozent bieten die Deutschen 22 A$ je Aktie. Umgerechnet liegt das Paket bei fast einer Milliarde Euro.

Das Kartellamt verhängt Bußgelder wegen Kollusion im Industriebau

Das Bundeskartellamt hat gegen den Stahlkonzern Dillinger Hüttenwerke und den Baukonzern HOCHTIEF Bußgelder in Millionenhöhe wegen unerlaubter Absprachen bei der Vergabe von Industriebauaufträgen verhängt. Die Unternehmen müssten insgesamt 12,5 Millionen Euro zahlen, teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Obwohl das gegen die Dillinger Hütte verhängte Bußgeld inzwischen rechtskräftig ist, hat Hochtief gegen den Bußgeldbescheid Berufung eingelegt. Darüber werde das Landgericht Düsseldorf entscheiden, sagte er. Das Verfahren bezieht sich auf Vereinbarungen zwischen Anfang 2010 und März 2014.

Nach Angaben des Kartellamts hatte ein Industriebauunternehmen Absprachen mit der Dillinger Hütte und Hochtief, ihrem Hauptwettbewerber, getroffen. Der saarländische Bauunternehmer und zwei ehemalige Mitarbeiter der Dillinger Hütte hatten sich diesbezüglich bereits in einem Strafverfahren vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten müssen. Dabei ging es um Bestechungs- und Korruptionsvorwürfe.

„Der Fall ist für uns neu, weil wir erstmals eine Absprache im Rahmen einer Auftragsvergabe aufgedeckt haben, an der sowohl der Bieter als auch der Auftraggeber beteiligt waren“, sagte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt. Der Fall zeigt, dass Absprachen zwischen Bietern nicht nur untereinander, sondern auch durch den Auftraggeber mit hohen Bußgeldern geahndet werden. Bei der Aufklärung der Straftaten arbeitete das Kartellamt eng mit den saarländischen Finanzbehörden zusammen.

Wie die HOCHTIEF-Aktion reagiert

Die Kapitalerhöhung übernahm am Donnerstag die Rollen des Bauherrn. Die im SDX notierte HOCHTIEF-Aktie verlor schließlich über XETRA 5,59 Prozent auf 57,10 Euro. Damit landeten sie im zweiten Index, der ebenfalls schwächer ist, am unteren Ende. Für die vollständige Übernahme der australischen Tochtergesellschaft CIMIC haben die Essener neues Geld eingeworben.

Der Platzierungspreis der neuen Aktien wurde für die Kapitalerhöhung auf 57,50 Euro festgelegt. Den Löwenanteil der gut sieben Millionen Aktien übernimmt die spanische Mutter ACS. Der Analyst der Societe Generale, Victor Acitores, schrieb, dass die Tatsache, dass die Kapitalerhöhung von ACS durchgeführt werde, ein klares Indiz für den Wert sei, den die Spanier ihrer deutschen Tochter beimessen.

Die Kapitalmaßnahme an sich hat Acitores überrascht, sie hält sie aber für sinnvoll. Damit stockt ACS seine Beteiligung an Hochtief zu einem attraktiven Preis auf. Der Analyst der Societe Generale rät weiterhin zum Kauf der Hochtief-Aktie mit einem Kursziel von 96 Euro. Auf diesem Niveau befanden sie sich zuletzt Ende Februar 2020, kurz nach Beginn des Absturzes des Crown-Aktienmarktes.

Mit einem Kursziel von 64 Euro ist Analyst Augustin Cendre vom Investmenthaus Stifel etwas vorsichtiger. Er sieht die Maßnahme aber auch positiv, da sich Hochtiefs Gewinn nun ab 2023 verbessern soll. Zudem vereinfache Hochtief seine Unternehmensstruktur, was den Kurs seiner Aktie erhöhen könne. Dies ist auch notwendig, weil Hochtief nach vielen Enttäuschungen in den vergangenen Jahren wieder Zuversicht gewinnen muss, damit die unterdurchschnittliche Entwicklung des Aktienkurses beendet werden kann.

Gemessen am Rekordhoch von 174 Euro im Mai 2017 hat die Hochtief-Aktie zwei Drittel verloren. 2022 summieren sich die Rabatte auf 19 Prozent. Der langfristige Abwärtstrend bleibt intakt.

/zb/men/nas

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