Hoffnung für tausende Mitarbeiter |
Der Investor will die Galerie Kaufhof retten
Von: Marco Zitzow und Johannes C. Bockenheimer
Die Warenhauskette Galeria Kaufhof (131 Filialen) steht kurz vor dem Ausstieg. Tausende Beschäftigte bangen um ihre Jobs. Doch nun macht ihnen ein Investor Hoffnung!
Hammer-Galerie! „Wir wollen die Galerie Kaufhof retten“, verspricht Markus Schön gegenüber BILD. Er ist CEO des Online-Händlers Buero.de und will das angeschlagene Unternehmen retten.
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„Wir glauben an die Zukunft dieser Traditionsmarke in Kombination mit unserer Online-Expertise und könnten helfen, Tausende von Arbeitsplätzen zu retten!“
Schön hat daher eine Verwaltungsbeteiligung an rund 40 gefährdeten Kaufhausbüros angemeldet. Dabei interessieren ihn vor allem Standorte in mittelgroßen Städten: Auf seiner Wunschliste stehen Büros in Bad Homburg und Fulda in Hessen, im niedersächsischen Goslar oder in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).
Die Verhandlungen sollen bald abgeschlossen werden: Schön hat am Dienstag Gespräche mit dem Insolvenzverwalter aufgenommen. „Wir hoffen sehr, dass der Konzern auf unser Angebot reagiert und damit die Rettung der Büros und Arbeitsplätze ermöglicht.“
Will die Kaufhof-Galerie retten: Markus Schön, Chef von Buero.de
Foto: privat
Die Galerie Karstadt Kaufhof hat am Montag Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kündigte harte Einschnitte an. Nur ein harter Kern der nun 131 Warenhäuser bleibe übrig, sagte er dem WDR. Was in spätestens drei Monaten entschieden wird.
Ein Schutzschirmverfahren zielt auf eine Sanierung ab. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter überwacht die Rettung, die Unternehmensleitung behält jedoch die Kontrolle und wird extern beraten.
Der Chef von Galeria, Miguel Müllenbach, versicherte am Montag in einem Brief an die Mitarbeiter, dass die Situation in einzelnen Büros “ganz anders” aussähe. Es gibt viele erfolgreiche und zukunftsträchtige Standorte, aber auch solche, die sich in absehbarer Zeit nicht mehr rentieren werden. Die Schließung ermögliche der Galerie weitere Modernisierungsmaßnahmen, „weil mehr Mittel für weniger Büros zur Verfügung stehen“.
Es ist bereits das zweite Schutzschirmverfahren der Galerie Karstadt Kaufhof. Bis 2020 wurden bereits rund 40 Büros geschlossen und rund 4.000 Mitarbeiter verloren ihren Job. Ende September 2020 hat Galeria den Schutzschirm wieder verlassen, nachdem die Gläubiger dem Sanierungsplan zugestimmt haben.
▶︎ Im Februar 2021 und im Februar dieses Jahres erhielt der Warenhauskonzern zudem Staatshilfen in Höhe von insgesamt 680 Millionen Euro. Angesichts steigender Energiepreise und inflationsbedingter Kaufzurückhaltung der Verbraucher versiegten die Kredite schnell.
In seinem Brief an die Mitarbeiter beklagte Müllenbach, dass das Kaufverhalten der Menschen durch Pandemie, Inflation und Energiekosten auf einem „außergewöhnlich niedrigen Niveau“ liege. Zudem sei während der Pandemie die Frequenz in den Innenstädten und das Einkaufen im stationären Handel grundlegend eingebrochen. Die neuen Staatskredite seien für das Unternehmen “zu belastend”.