Veröffentlicht am 21. Juli 2022, 19:39 Uhr
Höhlenunglück: “Bedingungen auf engstem Raum waren besonders schwierig”
Ein Mann (40 Jahre alt) war zwei Tage lang in einer Höhle eingeschlossen. Schließlich musste er von einem Spezialteam gerettet werden. Der Betriebsleiter erklärt die Herausforderungen.
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Ein Höhlenforscher wurde in 50 Metern Tiefe von einem Felsen getroffen und so verletzt, dass er nicht mehr aus eigener Kraft herauskam.
Kapo SG
Nach einer aufwändigen Rettungsaktion, die mehr als zwei Tage dauerte, konnte der Mann schließlich gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden.
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Andy Scheurer, Präsident von Speleo-Secours, leitete die Operation. Er spricht über die Herausforderungen der Rettungsaktion.
Privatgelände
Am Montagnachmittag wurde die Kantonspolizei von Sant Gal über einen Unfall in einer Höhle informiert. Ein 40-jähriger Höhlenforscher wurde in etwa 50 Metern Tiefe von einem Felsen getroffen und verletzte sich am Bein. Der Mann konnte die Höhle nicht mehr alleine verlassen und es wurde eine umfangreiche Rettungsaktion eingeleitet.
Im Einsatz waren die Rega, ein Polizeihelikopter, Zivilhelikopter, Höhlenretter von Speleo-Secours Schweiz, medizinisches Personal und der Alpine Rettungsdienst Schweiz. Nach mehr als 48 Stunden in der Höhle wurde der 40-Jährige am Mittwoch gerettet. Er und ein Rettungsschwimmer wurden leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Niedrige Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit
Andy Scheurer war als Einsatzleiter von Speleo-Secours Teil der 40-jährigen Höhlenrettungsmission. Er erklärt, welche Herausforderungen die Bergung einer solchen Höhle mit sich bringt und was diese Mission besonders schwierig macht. „Normalerweise hat man in Höhlen niedrige Temperaturen, etwa zwei, drei Grad bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit“, sagt Scheurer.
„Die zweite Herausforderung ist der Transport, also das Kriechen. Er ist sehr müde“, sagt der Einsatzleiter. „Als die Rettungskräfte eintrafen, war das Opfer in einem stabilen Zustand, aber mit starken Schmerzen.“ Der Verletzte wurde rund um die Uhr von einem medizinischen Team betreut und versorgt.
„Wir mussten Abrisse machen“
„In diesem Fall war der begrenzte Platz eine besondere Herausforderung“, sagt Scheurer. Der schmale Eingang zur Höhle erschwerte die Rettung des Höhlenforschers. „Wir mussten kleine Flüge machen, sonst war kein Platz für die Spezialkoje“, sagt Scheurer.
Bei einem normalen Bergunfall würde alles viel schneller gehen, weil der Transport einfacher und die Beteiligten besser erreichbar sind. „In diesem Fall musste sich der Verletzte gedulden, weil die Bergungsarbeiten viel Zeit in Anspruch nahmen“, sagt Scheurer. Die Nacht stellte die Helikopter nur vor ein logistisches Problem. In der Höhle ist es sowieso dunkel.
Das macht Höhlentouren zu etwas Besonderem
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