“Hormonal außer Gefecht”: Frankfurts Oberbürgermeister albert mit Sexismus herum

Peter Feldmann “Hormonal außer Gefecht”: Frankfurts Oberbürgermeister will Eintracht-Sieg feiern und macht einen Fehler

Pottgewinn: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (rechts) nimmt den Pokal von Eintracht-Trainer Oliver Glasner (links) und Kapitän Sebastian Rode entgegen

© Sebastian Gollnow / Picture Alliance

24.05.2022, 18:30 Uhr 3 Min. lesen

Der Europa-League-Sieg von Eintracht Frankfurt scheint an Peter Feldmann gegangen zu sein. Der Oberbürgermeister von Frankfurt hat sich daraufhin über sich selbst lustig gemacht und nun jegliche Unterstützung verloren.

Ganz Frankfurt ist außer Kontrolle: Der Europa-League-Sieg der Eintracht hat in der Festlandmetropole große Aufregung ausgelöst. Die Euphorie nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers im Finale hat nicht nur Fußballfans erfasst. Für Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) könnte der Erfolg der Fußballer allerdings zum Stolperstein werden, weil der Politiker einen Fuß nach dem anderen hineinsetzt.

Viele Zuschauer konnten eine gefälschte Live-Übertragung im Fernsehen verfolgen. Als die Eintracht nach dem Finalsieg vor den Römer-Fans in Frankfurt auftauchte und mit ihnen den Europapokalsieg feiern wollte, kam der Bürgermeister schnell zur Wache. Auf dem Weg zum Rathausbalkon schnappte sich Feldmann den Pokal des fassungslosen Kapitäns Sebastian Rode, um ihn der Menge zu überreichen.

Peter Feldmann: Sexistische Äußerungen des Bürgermeisters

Ein Politiker, der in den Vordergrund tritt und den Spielern das Rampenlicht stiehlt, die eigentlich für den Titelgewinn verantwortlich sind, der für viele Bürger sehr schlecht gelaufen ist. Auch Eintracht-Kapitän Rode hat Feldmanns egozentrisches Auftreten in der Bild-Zeitung kritisiert: „Ich habe das nicht ganz verstanden.

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Feldmann entschuldigte sich, weil er “eine Zeit lang eher Eintracht-Fan als Bürgermeister” gewesen sei. Es erschienen jedoch nur wenige Online-Videos, die den Politiker zeigen, wie er den Stewardessen anzügliche Kommentare macht. Der Bürgermeister steht bei einem Rückflug vom Finale in Sevilla offenbar vor Hunderten von Eintracht-Fans am Bordmikrofon und berichtet, die attraktiven Flugbegleiterinnen hätten ihn “hormonell umgehauen”.

Die Partei selbst fordert den Rücktritt des Frankfurter Oberbürgermeisters

Der nächste Fehltritt für einen Politiker, der nach Frankfurts erstem Europapokal-Sieg seit 1980 zu Kopf gestiegen zu sein scheint. Feldmann gab sich zwar erneut kleinlaut und versicherte der „Frankfurter Neuen Presse“, die die Aussage „unendlich bereut“ habe: „Es war ein dummer Spruch das habe ich damals wieder genommen. Es war nicht gut, nicht wenn und aber.“ Gleichzeitig versprach er, dass so ein sexistischer Spruch nie wieder vorkommen werde.

Doch die Reue kommt womöglich zu spät, Feldmann muss handfeste Konsequenzen für seine politische Karriere befürchten. Nicht nur die Grünen, die CDU, die FDP und die Volt-Partei auf dem Festland forderten seinen Rücktritt, auch die örtliche SPD entzog Feldmann das Vertrauen. Die Würde des Amtes, das Ansehen der Stadt und die Handlungsfähigkeit des Magistrats verlangten den Rücktritt des Bürgermeisters, erklärte der stellvertretende Parteivorsitzende Kolja Müller.

Feldmann wurde 2012 erstmals zum Bürgermeister gewählt, seine Amtszeit sollte bis 2024 dauern. Neben seinem Verhalten im Zusammenhang mit dem Eintracht-Spiel steht Feldmann seit langem in der Kritik. Im März erhob die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage wegen des begründeten Verdachts der Vorteilsnahme. Nun scheint der Rücktritt des 63-Jährigen, der 2024 wegen Korruptionsvorwürfen nicht mehr zur Anzeige gebracht werden wollte, nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Schließlich hat Feldmann inzwischen jegliche politische Unterstützung verloren.

Bild: Uwe Anspach / dpa

Feldmann ist bei der Frankfurter Eintracht nicht mehr willkommen

Eintracht Frankfurt hat bereits auf Feldmanns Verhalten reagiert und ihn mit einem Stadionverbot belegt. „Zwischen Eintracht Frankfurt und ihm wird es künftig keine Basis mehr geben“, sagte Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann der Bild. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Peter Feldmann noch zu unseren Spielen im Stadion willkommen ist.“ Feldmann veröffentlichte „Eitelkeit und Narzissmus“.

Quellen: „Bild“ (1) / „Bild“ (2) / „Frankfurter Neue Presse“ / DPA

epp

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