„Horror Stories“: Das Schulsystem steuert auf den Kollaps zu

Die Hochschulvertretung der Pädagogischen Hochschule Salzburg kritisiert Ministerin Polaschek und fordert eine Reform mit verkürzter Studiendauer.

Immer mehr Studierende studieren auf Professorinnen und Professoren, die schon sehr früh im Studium arbeiten, teilweise schon ab dem ersten Studienjahr, erklärten die Hochschulvertreter der Pädagogischen Hochschule Salzburg an diesem Dienstag in einer Aussendung.

Damit ist die letzte Notreserve des Schulwesens weitgehend erschöpft, obwohl vor dieser Entwicklung seit Jahren gewarnt wird und die Statistik sie auch vorhersagt. Die längere Dauer der Primar- und Sekundarschulbildung sind die Hauptauslöser für diese Entwicklung.

Der Einstieg in den Lehrberuf in den ersten Semestern hat auch einen großen Nachteil: Das Studium leidet, junge Studierende werden oft doppelt gefordert und müde, sie bekommen oft zu wenig Unterstützung von Schulen, die ohnehin schon über wenig Personal verfügen. Als Dankeschön gebe es befristete Verträge, Arbeitsplatzunsicherheit, Lohnkürzungen, Zwangsversetzungen oder Vertragsänderungen, heißt es in der Mitteilung.

“Polaschek versteht die Probleme nicht”

Jetzt ist eine große Reform mit einer Verkürzung der Studienzeit dringend, denn nur so kann das System in den nächsten 5-10 Jahren entlastet und stabilisiert werden. Darüber hinaus sind klare Wochenend- und Online-Lernmöglichkeiten für alle, die bereits im Schulsystem arbeiten, erforderlich. Allerdings dauert jede Reform und Änderung im Studiensystem Jahre, um umgesetzt zu werden, sodass Änderungen sofort erforderlich sind. Die Notreserve „Schüler“ ist nun praktisch erschöpft, das Schulsystem schlittert fortan einem unkontrollierten Kollaps entgegen.

„Wenn Minister Polaschek nur mit der ‚Außendarstellung‘ des Lehrerberufs als Problemfeld ansetzt, versteht er die wirklichen Probleme nicht. Es ist eher wahrscheinlich, dass junge Lehrer aufgrund der ständigen Probleme der Verwaltung das Schulsystem verlassen.“ B. für Gehaltsabzüge bei Sonderverträgen, bei kurzfristigen Versetzungen oder einseitigen Vertragsänderungen, junge Lehrer und Schüler sind erschöpft – weil es zu viele Aufgabenbereiche und wenig Unterstützung in den Schulen gibt, weil personell schon alles sehr knapp ist . Generell wird es nur dann mehr Absolventen und damit neue Lehrende geben, wenn die Studiendauer verkürzt wird und es endlich Digital- und Wochenendstudienangebote gibt, die zusammen mit der Arbeit genutzt werden können“, stellt Maximilian Wagner, von der ÖH, klar Präsidiumsteam der PH Salzburg und Sprecher der Hochschulvertretungen an den Pädagogischen Zentren.

Kurzfristige Verträge, Transfers und Unternehmen.

„Wir hören immer wieder Horrorgeschichten von jungen Lehrern: nur befristete Verträge, keine Planungssicherheit, Versetzungen, obwohl der alte Standort sofort wieder ausgeschrieben wird, oder Arbeitsverträge, die erst Wochen und Monate später schriftlich vorliegen. Studierende opfern dafür oft ihren Studienfortschritt, obwohl das Lehramtsstudium eines der längsten Studiensysteme Österreichs ist. Das alles ist nicht nachhaltig“, ergänzt Juliana Naglmayr, Präsidentin der ÖH PH Salzburg.

Die Studierendenvertretung im Lehramt fordert seit Jahren eine Verkürzung der Studienzeiten und warnt vor der sich nun verschärfenden Krise.

Nav-Red-Konto, Wil Hora29.06.2022, 05:36 | Akt: 29.06.2022, 05:36

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