Wie etwas aussieht, hängt stark davon ab, wo man es betrachtet. Der Mond zum Beispiel sieht klein und weit von der Erde entfernt aus, aber wenn Sie dort sind, groß und nah. Ähnlich ist es mit dem Osten. Wie auf dem Mond ist es dort sehr leer. Die Dolmetscher der Welt sind woanders. Sie schauen von Westen nach Osten oder von den großen Städten, die im Osten liegen, aber anders sind als im Osten, Berlin, Leipzig, Dresden, weil die Menschen dort hinziehen, statt wegzuziehen. Man nähert sich dem Osten an einem anderen Ort, an einem Ort, der östlicher nicht sein könnte. Es liegt am Ufer eines Flusses unter einer hundertjährigen Eiche, mit einem Tisch und zwei Bänken. Um Weizenfelder und Wiesen und Erweiterungen. Das ist Sachsen, noch hinter Görlitz. Dies ist der östlichste Punkt Deutschlands.
Sie könnten denken, dass nichts falsch ist. Aber es bleibt weitgehend unbemerkt. Da kommt zum Beispiel ein Mann auf mich zu, weiße Haare, kurzärmliges kariertes Hemd. Das ist Martin Friedrich. Wer ihn aus der Ferne sieht, könnte sagen: Ein alter Mann. Richtig, er ist achtzig Jahre alt. Aber er ist auch ein junger Mann, tatkräftig, neugierig.