Immer mutiger: Enkel Betrüger unterschreiben bereits Tilgungsverträge Darum geht es

Veröffentlicht am 11. Juli 2022, 21:18 Uhr

Eine 74-jährige Frau hat einem Fremden aus Mitleid wiederholt Geld gegeben. Wieder einmal wurde das Vertrauen missbraucht. Nun konnte der Betrüger in flagranti festgenommen werden.

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Am vergangenen Mittwoch hat die Zuger Polizei einen Netzbetrüger in Oberägeri festgenommen. (Symbolfoto)

Zuger Polizei

Die Polizei wurde alarmiert, weil das Opfer 3000 Franken von seinem Konto abgehoben hatte. (Symbolfoto)

20min / Matthias Spicher

Der Angreifer wollte mit einem Auto fliehen. Doch die Polizei verhinderte die Weiterfahrt. (Symbolfoto)

Zuger Polizei

Die Zuger Polizei wurde am vergangenen Mittwochmorgen über einen andauernden Enkelbetrug in Oberägeri informiert. Grund: Eine ältere Frau würde bei einer Bank 3000 Franken kassieren. Infolgedessen rückte die Polizei zum Tatort auf. Als sie das Opfer in der Bank trafen, erfuhr die Polizei, dass die 74-jährige Frau der Frau, die sie nicht kannte, in den vergangenen zwei Monaten mehrmals Geld gegeben hatte. Zudem stand eine weitere Geldlieferung bevor. “Die Ermittler entdeckten die vom Opfer beschriebene Frau bald in der Nähe des vereinbarten Lieferortes, wo sie sich umsah”, schrieb die Zuger Polizei in einer Mitteilung am Montag. Später stieg der Unbekannte in ein Auto. Die Polizei stoppte das Auto und der mutmaßliche Betrüger wurde vorübergehend festgenommen.

Der Betrüger erzählte immer wieder neue Lügen

Auf Nachfrage sagte das Opfer, der Angeklagte habe ihn erstmals im April auf offener Straße angesprochen und ihm einen Notfall mitgeteilt. Da das Opfer Mitleid mit der Frau hatte, gab er ihr 50 Franken. Doch damit nicht genug, der Betrüger hielt in unregelmäßigen Abständen Kontakt zu dem 74-Jährigen und erzählte neue Lügen. Zum Beispiel über die Notwendigkeit von Rettungsmaßnahmen für Angehörige im Ausland, wieder brauchte die Serbin Geld für einen Notkaiserschnitt für eine Freundin und dann sagte die 33-Jährige, sie habe selbst einen Hirntumor erlitten und brauche eine Chemotherapie. Außerdem braucht er Geld für seinen vierjährigen Sohn, weil ihm im Kosovo eine Niere entfernt werden muss.

Er gibt das Geld zurück, das mit dem Verkauf von Land gepumpt wurde

Das 33-jährige Opfer übergab das Geld im Glauben, dass der geliehene Betrag zurückerstattet werde. Der Betrüger teilte ihm mit, dass er eine Immobilie im Kosovo verkaufe und mit dem Erlös die Schulden später begleichen könne. Der Betrüger ging sogar so weit, dass beide Parteien eine Rücknahmevereinbarung unterzeichneten. Die Kriminalität beläuft sich auf rund 27’000 Franken. Insgesamt wurden bei dem Verdächtigen rund 2500 Franken gefunden und beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug hat gegen den 33-jährigen Serben ein Verfahren wegen mehrfachen Betrugs eröffnet.

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