Shimao meldet standardmäßig: die Auswirkungen auf die Schweiz
Immobilienkollaps in China
Der chinesische Immobilienriese Evergrande infiziert die gesamte Branche. Ein weiteres Unternehmen aus Shanghai meldet einen Defekt. Was bedeutet das für die Schweiz?
Gepostet: 12:04 Uhr
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Aktualisiert: 14:31 Uhr
Dorothea Vollenweider und Nicola Imfeld
Chinas Immobilienkrise breitet sich aus. Evergrande steht vor der Liquidation, nachdem ein Gläubiger aus Hongkong Insolvenz angemeldet hat. Der zweitgrößte Immobilienkonzern steckt seit knapp einem Jahr in der Krise: Bisher konnte der Zusammenbruch abgewendet werden. Doch jetzt infiziert Evergrande andere große Namen der Branche. Dies lässt auch die Weltwirtschaft ins Wanken geraten.
Immobilienentwickler Shimao kann keine Zinsen mehr auf Kredite zahlen. Das in Shanghai ansässige Unternehmen gab Anfang dieser Woche bekannt, dass es den 1-Milliarden-Dollar-Kredit nicht zurückzahlen könne, die Frist endete am Sonntag. Es ist der größte Ausfall des chinesischen Immobiliensektors in diesem Jahr.
Shimao begründete die „signifikanten Veränderungen im Immobiliensektor in China seit der zweiten Jahreshälfte 2021 und die Folgen des Covid-19“. Shimao reiht sich damit in die Reihe anderer chinesischer Immobilienkonzerne ein, die in Zahlungsverzug geraten sind. Neben Evergrande sind auch die Kaisa Group und Sunac China betroffen.
“Es gibt Ängste”
«Der Entwickler ist auch im Eigentumswohnungsbau inklusive Büros tätig. Dort ist die Nachfrage eingebrochen», sagt Ursina Kubli (43), Senior Immobilienexpertin bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).
Welche Auswirkungen hat der drohende Immobilienkollaps in China auf die Schweiz? „Berichte über Evergrande und jetzt auch über Shimao lösen eine gewisse Nervosität aus, nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern“, sagt Kubli. Dies wirft auch in der Schweiz Fragen auf. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Man liest von der Gefahr von Blasen und überbewerteten Immobilienmärkten. Das bewirkt etwas, vor allem auf emotionaler Ebene“, sagt Kubli.
Der freie Markt funktioniert in der Schweiz gut
Doch Schweizer Eigenheimbesitzer sollten keine Angst haben. „In China mischt der Staat mit unterstützenden Maßnahmen mit“, sagt Kubli. In der Schweiz ist das anders. “Der freie Markt funktioniert hier wirklich gut.” Beispielsweise hätte der Schweizer Immobilienmarkt sehr gut auf die hohen Arbeitslosenzahlen der letzten Jahre reagiert. Bauanträge gingen um 30 Prozent zurück.
„In China gibt es außerdem das Null-Covid-Problem, das den Bau extrem erschwert“, sagt Kubli. „Und auch in China ist die Nachfrage eingebrochen, weil die Leute Angst haben, dass die Immobilien ausgehen. Diese Ängste haben wir hier in der Schweiz überhaupt nicht.»