Im bayerischen Gesundheitswesen wurden zum 1. Juli zwischen 56.000 und 57.000 ungeimpfte Beschäftigte festgestellt. Das Gesundheitsministerium teilte mit, man habe keine oder nur zweifelhafte Impfnachweise erbracht. Das sind nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Berufe wie der Tür- oder Servicebereich. Innerhalb der festgesetzten Frist seien noch keine Abmahnungen bezüglich der Impfpflicht der Einrichtungen ergangen.
„Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung bewusst“
Der Freistaat setze auf ein schrittweises Vorgehen mit Augenmaß, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Die Versorgungssicherheit der Menschen muss gewährleistet sein. Kliniken meldeten teilweise massiven Personalmangel, weil Mitarbeiter selbst mit Corona infiziert waren oder kranke Angehörige pflegen mussten. „Andererseits sind nicht wenige Mitarbeiter im dritten Jahr der Pandemie einfach erschöpft und fehlen.“
Zudem ist die Impfquote bei Pflege- und Krankenhausmitarbeitern deutlich höher als bei der Allgemeinbevölkerung. „Die Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung ohnehin bewusst“, sagte Holetschek der Bild am Sonntag. Deshalb forderte er Anfang Juli die vorzeitige Aussetzung der mit der Anstalt verbundenen Impfpflicht zum 30. September, damit sich die Situation des Personals nicht weiter verschlechtert.
Auch andere Bundesländer sanktionieren nicht
Andere Bundesländer haben die seit Mitte März geltende Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal noch nicht konsequent durchgesetzt. Laut Bild am Sonntag wurden in 12 der 16 Bundesländer mehr als 190.000 ungeimpfte Beschäftigte identifiziert, aber nur 70 Einreiseverbote in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg ausgesprochen.