In einem paramilitärischen Zentrum: In Russland an Waffen ausgebildete deutsche Neonazis

Waffentraining für deutsche Neonazis in Russland im paramilitärischen Zentrum

05.06.2022, 14:15

Auch deutsche Neonazis wurden in einem paramilitärischen Ausbildungszentrum in St. Petersburg ausgebildet. Der Betreiber ist in den Ukrainekrieg verwickelt. Die Linke fordert, dass die deutschen Behörden gegen die Teilnehmer ermitteln und sie künftig verhindern.

Mitglieder der NPD Young Nationalists und der Neonazi-Jugendorganisation Third Way haben in der Vergangenheit an Kursen in einem paramilitärischen Trainingszentrum teilgenommen, das von der rechtsextremen Russian Imperial Movement (RIM) in St. Petersburg betrieben wird. Das erklärte das Bundesinnenministerium in seiner Antwort auf eine Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Martina Renner, die im Deutschen Verlagsnetzwerk (RND) vorgestellt wurde.

„Deutsche Sicherheitsbehörden müssen verhindern, dass deutsche Neonazis in Russland paramilitärisch ausgebildet werden“, sagte Martina Renner gegenüber RND. „Ich hoffe auch, dass die Polizeibehörden gegen Personen vorgehen, die in der Vergangenheit an Schulungen in Russland teilgenommen haben“, fügte sie hinzu. Neonazis, die in Russland im Umgang mit Waffen ausgebildet wurden, stellen eine große Gefahr für die innere Sicherheit dar.

Auch der bewaffnete Flügel der Russischen Kaiserlichen Bewegung, die Russische Kaiserliche Legion, ist im Zuge des russischen Angriffskrieges an Kampfhandlungen gegen die ukrainische Armee beteiligt. Bereits 2014 waren Kämpfer der Organisation zusammen mit pro-russischen Separatisten im Donbass stationiert.

Der „Focus“ hatte bereits 2020 unter Berufung auf Sicherheitskreise über die Teilnahme von Extremisten der deutschen Rechten an diesen paramilitärischen Trainingskursen berichtet. Das Bundesinnenministerium teilte damals auf Medienanfragen mit, es lägen keine konkreten Informationen vor.

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