In einigen osteuropäischen Ländern lag die Kerninflation im zweistelligen Prozentbereich. Damit treiben nicht nur Energie und Engpässe die Preise in die Höhe. Dies gefährdet die wirtschaftliche Erholung der Region und hat Folgen für Österreich.
Ende Februar griff Russland die Ukraine an, Sanktionen und Gegensanktionen verteuerten die Energiepreise und verknappten viele Rohstoffe. Blockierte Häfen im Schwarzen Meer schüren in einigen Teilen der Welt eine Nahrungsmittelkrise, und die Inflation in Europa ist auf ein Niveau gestiegen, das seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde. Doch trotz alledem sind einige osteuropäische Volkswirtschaften im ersten Quartal stark gewachsen, so die am Mittwoch vorgelegte Osteuropa-Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). Die slowenische Wirtschaft wuchs im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 10 Prozent, die polnische um mehr als 9 Prozent und die ungarische um mehr als 8 Prozent.
Das passt einerseits zu der weltwirtschaftlichen Landschaft, die insbesondere die EU-Mitglieder in Osteuropa seit Kriegsbeginn vorgeben. Bisher waren sie belastbar. Ganzjährig betrachtet erwartet der WIIW in diesem Jahr etwas weniger spektakuläre Wachstumsraten. Demnach wächst Slowenien mit 4,5 Prozent am schnellsten, während Polen mit einem Plus von 4,2 Prozent auf dem zweiten Platz liegt.