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schrecklich! Mut. Das sind die Gedanken, die einem beim Betrachten dieses Bildes durch den Kopf gehen. Die beiden Männer, der rechte mit Eimern, der linke mit Strohbesen und Schaufel in der Hand, sind bleich und dünn wie ein Geschoß. Sie tragen Schnürschuhe und Hosen, die jede Sekunde zu verrutschen drohen. Seine Hemden knittern und sehen zu groß aus.
Dieses Bild überrascht nicht. Die beiden Männer befinden sich seit dem 17. Mai in russischer Gefangenschaft. Der Besenmann ist Sergey Volyna (30), Kommandant der 36. Marinebrigade. Einer der Helden, die die Hafenstadt Mariupol verteidigten, hielt dort wochenlang das Azovstal-Stahlwerk. Der Mann neben ihm ist ebenfalls ein ukrainischer Kämpfer.
Auf dem russischen Propagandakanal Telegram „History of War Weapons“ wurde dieses Foto mit einem zynischen Kommentar veröffentlicht:
Sergey Volyna, als er noch im Stahlwerk von Azovstal war Bild: privat
„Es gibt keinen Grund, sie zu bedauern. Sie sind Kriegsgefangene. Sie sind am Leben und wohlauf, im Gegensatz zu unseren Jungs, die von den Streitkräften der Ukraine gefangen genommen wurden.“ Als würden sie Glück haben …
Sie sind nur noch ein Schatten ihrer früheren Existenz. Wolyna verlor auch an Stahl aufgrund von Nahrungsmangel. Doch nach mehr als einem Monat russischer Gefangenschaft sehen er und seine Partnerin nur noch aus wie Landschaftsstriche.
Kiew tut alles, um seine tapferen Soldaten wieder zu befreien. Am 29. Juni fand der bisher größte Gefangenenaustausch mit russischen Aggressoren statt. Das ukrainische Verteidigungsministerium meldete am Mittwochabend, dass 144 ukrainische Soldaten wieder auf freiem Fuß seien. Separatistenführer Denis Puschtschin, Putins Nachfolger in Donezk, sprach von 144 prorussischen und russischen Kämpfern, die aus der Gefangenschaft in der Ukraine befreit worden seien.
Unter den befreiten ukrainischen Soldaten befinden sich nach Angaben von Kiew 95 Kämpfer, die Asowstal-Stahl in der inzwischen vollständig von den Russen besetzten Hafenstadt Mariupol verteidigen. Es wird gesagt, dass 43 von ihnen zum Asowschen Regiment gehören.
Nachrichtenseiten wie “War on Ukraine” bezweifeln jedoch, dass hochrangige Soldaten wie Sergey Wolyna darunter sind. Für sie wird Russland höchstwahrscheinlich einen höheren Preis verlangen …