Wirtschaft „Menschen haben weniger Geld“
Jetzt sparen die Deutschen auch beim Wein, und der wird noch teurer
Stand: 13:39 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Inflation erreicht den höchsten Stand seit 40 Jahren
Bereits im März erreichten die Preise in Deutschland Rekordniveaus. Die Inflation stieg im April von 7,3 Prozent auf 7,4 Prozent und liegt damit auf dem höchsten Stand seit 1981. Betroffen sind vor allem die Preise für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel. Laut Ifo-Institut ist ein Ende des Aufwärtstrends nicht in Sicht.
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Die Corona-Pandemie kam dem deutschen Weinabsatz besonders zugute. Doch Anfang 2022 änderte sich die Stimmung schlagartig. WELT erklärt die Hintergründe und worauf die Deutschen beim Weinkauf besonders achten.
Wein gilt in Deutschland als einer der großen Gewinner der Corona-Pandemie. Mit jeder Beschränkung sind die Verkaufszahlen der Winzer in die Höhe geschossen. Das Endergebnis der letzten beiden Vignetten ist ein Pro-Kopf-Verbrauch von 20,7 Litern pro Person.
Damit konsumierte jeder Bundesbürger im Schnitt rund eine Flasche Wein mehr als in der Zeit vor der Pandemie. Doch nun folgt der Crack: In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 kauften die Verbraucher hierzulande deutlich weniger Wein.
Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um beeindruckende 18 Prozent zurück. Selbst im Vergleich zur Vor-Krone-Zeit liegt der niedrigste Wert immer noch bei sieben Prozent. Hauptgründe sind laut Deutschem Weininstitut (DWI) die hohe Energie und die stark gestiegenen Lebensmittelpreise.
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„Die Menschen haben weniger Geld im Portemonnaie. Das bedeutet kurz gesagt, das zu sparen, was nicht unbedingt notwendig ist. Und dazu gehören leider auch Anreize“, sagt DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Hinzu kommt die Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine.
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Daher stellt sich die Branche auf weitere Einbrüche in den kommenden Wochen und Monaten ein. „Solange sich die angespannte Wirtschaftslage nicht entspannt, ist zu befürchten, dass sich diese Entwicklung fortsetzt“, so das DWI.
Quelle: WELT Infografik
Vor allem, weil es für Wein starke Zuschläge gibt. „Es wird Preiserhöhungen geben“, sagte Reule und merkte an, dass Glasflaschen wegen der hohen Gaspreise knapp und teuer seien.
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„Wer früher auf Spezialflaschen gesetzt hat, sollte jetzt nehmen, was es gibt“, sagt der Experte. Aber sie haben auch die Kosten für Etiketten und Verschlüsse sowie die Kosten für Kisten und Kraftstoff für den Traktor im Weinberg erhöht.
Quelle: WELT Infografik
Und es gibt Grenzen für Verbraucher. Nur jeder fünfte Deutsche ist bereit, mehr als zehn Euro für eine Flasche Wein auszugeben, so eine Umfrage von POSPulse vom vergangenen November zur Ausgabebereitschaft. Die höchsten Zustimmungswerte gab es für die Preisklasse von fünf bis sieben Euro, dicht gefolgt von der Preisklasse von sieben bis zehn Euro.
Lokal angebauter Wein wird bevorzugt. Die 13 deutschen Weinregionen haben laut Marktforscher GfK Group einen Marktanteil von 45 Prozent. Mit einigem Abstand folgt Wein aus Italien mit einem Marktanteil von 17 Prozent, gefolgt von Spanien mit zwölf Prozent und Frankreich mit elf Prozent.
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„Vielfalt, Wertigkeit und Individualität werden vor allem geschätzt“, sagt das DWI, das kürzlich eine Studie zur Lage des deutschen Weins veröffentlicht hat. Der Liebling der Käufer in Deutschland ist Weißwein, der fast die Hälfte der getrunkenen Menge ausmacht. Weiße Rebsorten machen sogar rund zwei Drittel der Anbaufläche in Deutschland aus: Riesling ist mit Abstand die Nummer eins, gefolgt von Müller-Thurgau und Grauburgunder.
Die rosa Sorte hat in den letzten zwei Jahren bei den Verbrauchern an Popularität gewonnen, ihr Anteil ist während der Pandemie von zehn auf zwölf Prozent gestiegen. Wein wird in Deutschland hauptsächlich bei Discountern und Supermärkten gekauft. Insgesamt werden zwei von drei Flaschen Wein verkauft.
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