Inflation in Deutschland Die Inflation steigt auf 7,9 Prozent

Stand: 30.05.2022 14:57

Die Verbraucherpreise steigen immer schneller. Vor allem wegen teurer Energie liegt die Inflation inzwischen unter acht Prozent. Für den Sommer rechnen Experten mit anhaltend hohen Inflationsraten.

Die Inflation in Deutschland stieg im Mai weiter an. Die Verbraucherpreise lagen nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Monat um 7,9 Prozent über dem gleichen Niveau. Im April lag der Wert bei 7,4 Prozent. Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine vor drei Monaten sind die Energiepreise stark gestiegen. Hinzu kommen Lieferengpässe durch wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Lieferketten.

Die Energiepreise stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 38,3 Prozent. Auch die Lebensmittelpreise stiegen überdurchschnittlich um 11,1 Prozent. Experten gehen davon aus, dass der Inflationsdruck vorerst sehr hoch bleiben wird.

Der Druck auf die Lebensmittelpreise hält an

„Bei Waren, die von Lieferengpässen betroffen sind, und bei Lebensmitteln wird es wohl noch etwas Druck geben, bevor sich die Lage ab Herbst entspannt“, sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. „Aber die Spritprämie und andere Eingriffe sollen dafür sorgen, dass die Inflationsrate in Deutschland in den kommenden Monaten nicht weiter ansteigt.“

Eine aktuelle Studie des Kreditversicherers Allianz Trade legt nahe, dass die steigenden Lebensmittelpreise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht haben. „Verbraucher werden 2022 wahrscheinlich viel tiefer in die Tasche greifen müssen, um Lebensmittel zu kaufen“, sagte Branchenexperte Aurélien Duthoit von Allianz Trade. Die Einzelhandelspreise für Lebensmittel dürften in diesem Jahr um 10,7 Prozent steigen. Dies entspricht einem jährlichen Mehraufwand von mehr als 250 Euro pro Person.

Bislang haben Händler Preiserhöhungen der Hersteller nur bedingt an die Kunden weitergegeben. Lebensmittelhersteller haben ihre Preise seit Anfang 2021 um durchschnittlich 16,6 Prozent erhöht. Im Einzelhandel sind die Preise laut Duthoit hingegen nur um durchschnittlich 6,6 Prozent gestiegen. Allerdings dürften sich Preiserhöhungen „schnell und in großem Umfang“ auf die Verbraucherpreise auswirken.

Inflationsraten in der jetzt erreichten Höhe gab es zuvor im wiedervereinigten Deutschland nicht. In den alten Bundesländern gab es im Winter 1973/1974 ähnlich hohe Werte. Bis dahin waren die Mineralölpreise infolge der ersten Ölkrise stark gestiegen.

Die Inflation steigt im Mai 2022 erneut an

Lars Hofmann, Personal, 30.5.2022 · 14:37

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