Inflation: US-Inflation steigt auf 9,1 Prozent

Die Inflation in den USA steigt weiter und erreicht den höchsten Stand seit November 1981. Die Inflationsrate für Waren und Dienstleistungen stieg im Juni überraschend stark auf 9,1 Prozent von 8,6 Prozent im Mai, teilte das Washingtoner Arbeitsministerium am Mittwoch mit. Von Reuters befragte Experten rechneten nur mit 8,8 Prozent. Materialengpässe und steigende Energiekosten, auch als Folge des Ukrainekrieges, setzen die Preise in den USA, aber auch in Deutschland und im Euroraum stark unter Druck. „Der Inflationskanal ist noch immer zu stark unter Druck“, sagte Bastian Hepperle von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. „Das Risiko bleibt also hoch, dass dies nicht der letzte Gipfel in diesem Jahr ist.“

Der Deutsche Aktienindex Dax weitete seine Verluste nach Inflationsdaten aus und der Euro verlor gegenüber dem Dollar. Der Kurs fiel erstmals seit Dezember 2002 unter einen Dollar und lag bei 0,9999 $. Damit bleibt der Druck auf die US-Notenbank Fed hoch, die Zinsen deutlich anzuheben, sagte Helaba-Experte Ralfcircul. “Es besteht kein Zweifel, dass die Leitzinsen in diesem Monat um 0,75 Prozentpunkte steigen werden und dass im Laufe des zweiten Halbjahres mit weiteren Schritten zu rechnen ist.”

Angesichts der Stärke des Arbeitsmarktes bei gleichzeitig hoher Inflation hat die US-Notenbank die Leitzinsen zuletzt so stark angehoben wie seit 1994 nicht mehr. Sie beschloss eine Anhebung um 0,75 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent. Für die Sitzung Ende Juli erwägen die Währungshüter eine weitere Erhöhung um 0,5 beziehungsweise 0,75 Prozentpunkte. (Reuters)

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