Inflation: Verbraucher werden beim Kauf eingeschränkt

21. Juni 2022

Verbraucher greifen zunehmend zu günstigeren Produkten © APA / HERBERT P. OCZERET

Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene hohe Inflationsrate wirken sich zunehmend auf das Konsumverhalten und damit auf die Wirtschaft aus. Verbraucher greifen vermehrt zu günstigeren Produkten und die Kundenfrequenz ist zuletzt um 12 Prozent gesunken, wie eine Schnellbefragung des Handelsverbands unter 172 Einzelhändlern ergab. Die Befragten erwarten für das Gesamtjahr 2022 einen Umsatzrückgang von 14 Prozent gegenüber 2019.

Im zweiten Quartal ging der Umsatz im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2021 um durchschnittlich 8 Prozent zurück. Aktuell leiden 75 Prozent unter Lieferverzögerungen oder Engpässen, 41 Prozent leiden unter Personalmangel. Für 15 % der Unternehmen ist nur ein eingeschränkter Betrieb möglich, sogar die Schließung von Büros.

„Zwei Drittel der Verbraucher sind sich bewusst, wie viel sie für ihre täglichen Einkäufe ausgeben und greifen vermehrt zu günstigeren Produkten. Inflationsbedingt wechseln immer mehr Menschen Käufer, die auf konventionelle Produkte statt auf Bioprodukte zurückgreifen müssen“, sagte Rainer Will, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands, am Dienstag laut einer Aussendung.

Eine TeamBank-Umfrage unter mehr als 1.700 Teilnehmern zeigt, dass bei einer Reduzierung der monatlichen Ausgaben um 100 Euro zwei Drittel weniger für Kleidung und Schuhe ausgeben würden. Etwas mehr als die Hälfte würde im Urlaub sparen. Fast jeder Vierte würde anfangen, sein Altersgeld zu kürzen.

Der Knackpunkt sei, dass einerseits Waren so teuer wie nie zuvor eingekauft werden müssten und andererseits jeder zweite Österreicher gezwungen sei, sich finanziell einzuschränken, räumte Will ein.

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