Interview mit Alfons Haider zum Brand der Starnacht

Wie fühlen Sie sich heute Abend als Moderatorin in Ihre letzte „Sternennacht“ einzutreten? ALFONS HAIDER: 15 Jahre Teil eines erfolgreichen Programms zu sein, ist ein Viertel meines Lebens. Diese Familie zu verlassen ist nicht einfach und dieser Nachmittag wird eines der stärksten Gefühle für mich sein. Aber eine Tür schließt sich und zwei weitere öffnen sich.

Kennen Sie Ihren Nachfolger Hans Sigl persönlich? Welchen Rat würden Sie ihm geben? Ich habe ihn einmal beim Filmen getroffen. Er ist ein ausgezeichneter Schauspieler und ich kann Ihnen nur einen Rat geben – er sollte Spaß an der Arbeit haben, er ist einer der hübschesten.

Im Herbst startet mit Ihnen als Moderator ein neues musikalisches Format im ORF, das künftig viermal im Jahr samstags stattfindet. Was kannst du verraten? Ein Schwerpunkt liegt auf dem 30-jährigen Jubiläum des erfolgreichsten österreichischen Musicals „Elisabeth“ mit den wichtigsten Personen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Dann soll das Programm auch einen Überblick über die bemerkenswertesten Musicalproduktionen bieten, die derzeit im deutschsprachigen Raum zu sehen sind, und auch dem Nachwuchs die Möglichkeit bieten, sein Talent zu präsentieren. Gerne im Duett mit Stars des Genres.

Ihre Vision als Musikdirektor des Burgenlandes bei den Seefestspielen Mörbisch? Wann wirst du dich auf die Bühne drängen? Jeden Abend bei der Begrüßung des Publikums (lächelt). Bis sie mich als Schauspieler sehen können, wird viel Wasser in den See fließen.

Wie gewinnt man ein neues und junges Publikum für das Musical? Oder gibt es sie überhaupt?Im Kulturbereich müssen wir immer um das junge Publikum kämpfen. Dabei spielt es keine Rolle, um welches Genre es sich handelt. Menschen für Musik, Theater, Tanz und Kunst im Allgemeinen zu interessieren, muss von Kindheit an beginnen. Wer mit acht Jahren gutes Kindertheater erleben durfte, wird mit 25 leichter von einem Musical oder Schauspiel angezogen. Und Musicals eignen sich meist ideal als Familienprogramm. „Der König und ich“ hat Kinder schon immer besonders fasziniert.

Sehen Sie in der Regie von Mörbisch die Krönung und das Ende Ihrer Karriere? Wie geht es Ihnen als Chef? Ich werde fantastisch mit mir selbst. Auch an schlechten Tagen! Aber Spaß beiseite, es ist eine große Verantwortung, die ich für die Seefestspiele in Mörbisch und Schloss Tabor übernehmen durfte. Was das Kulturmanagement betrifft, ist es sicher mein Höhepunkt, als Schauspieler warte ich noch auf meinen dritten Akt.

Bericht von Barbara Schöneberger und Alfons Haider vom Neusiedler See © ORF

Ihre schönste Erinnerung an all die “Sternennächte”? Erinnern Sie sich, wie viele Sie eingereicht haben? Es waren wie 32 Shows, aber das spielt keine Rolle. Das Beste an diesem Format ist, dass von Andreas Gabalier bis Anastacia, von Gloria Gaynor bis Chris de Burgh, von Helene Fischer bis Ina Regen alles seinen Platz hat und scheinbare musikalische Grenzen überschreitet. Für mich war Barbaras Starnacht-Premiere am Wörthersee, wo ein Orkan erst mehrere Haarteile und später sogar Bühnenelemente in die Luft jagte, mein „All-Time-Favourite“-Moment.

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