Interview mit den Kuratoren der Documenta von Ruangrupa

Farid Rakun und Reza Afisina vom indonesischen Kuratorenkollektiv Ruangrupa sprechen erstmals seit Eröffnung der documenta über Antisemitismusvorwürfe und erklären, warum sie es trotz ständiger Kritik nicht bereuen, nach Kassel gekommen zu sein.

Interview von Jörg Häntzschel

Seit das indonesische Kollektiv Ruangrupa 2019 mit der künstlerischen Leitung der documenta five betraut wurde, versucht es, sich in Kassel als offene und gut gelaunte Alternative zu den einsamen und autoritären Genies zu präsentieren, die frühere Ausgaben der „Weltkunstschau“ kuratiert hatten. Lumbung ist der Anfang, es bedeutet so viel wie teilen und gemeinsam lernen. Doch dann wurden im Januar Mitglieder von Ruangrupa beschuldigt, der Boykott-Israel-BDS-Bewegung nahe zu stehen. Und als am 19. Juni, dem Tag nach der Ausstellungseröffnung, antisemitische Zeichnungen entdeckt wurden, endete die Freude und der Austausch. Ruangrupa versteckte sich wochenlang. Dies ist das erste große Interview mit zwei seiner Mitglieder seit der Eröffnung der Documenta. Da die beiden keine Zeit hatten, das Gespräch zu beenden, fand es in Videoanrufen zwischen Kassel, München, Jakarta und Siem Reap an drei Terminen über vier Wochen statt.

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