4.07.2022 14:11 (Akt. 4.07.2022 14:11)
Die Zeit für einen Dürreplan wird knapp © APA
Die italienische Regierung um Ministerpräsident Mario Draghi will wegen Wasserknappheit und anhaltender Dürre den Notstand ausrufen. Die Kabinettssitzung ist nach Angaben des Amtssitzes von Ministerpräsident Mario Draghi für Montagabend angesetzt. Deshalb will die Regierung in den von der Dürre am stärksten betroffenen Gebieten den Alarmzustand ausrufen.
Ziel ist es, den Regionen die Finanzierung zu erleichtern, damit sie Maßnahmen zugunsten der stark betroffenen Landwirtschaft ergreifen können. Die Regierung will 1,38 Milliarden Euro bereitstellen, um die Wasserverluste alter italienischer Aquädukte zu reduzieren, mit Fokus auf den Süden. Die Draghi-Regierung stellt ab dem kommenden Jahr 2,7 Milliarden Euro für die Modernisierung und den Ausbau der nationalen Wasserinfrastruktur bereit. Die Regierung verwendet hauptsächlich Mittel aus dem EU-finanzierten Wiederaufbauprogramm. Um den Interventionsplan zu beschleunigen, plant die Regierung, die Vorschriften für die Durchführung von Projekten zu vereinfachen.
Mara Carfagna, Ministerin für Süditalien, hat wiederholt die Notwendigkeit betont, Wasserfragen Priorität einzuräumen, insbesondere im Rahmen von React-EU, dem ersten Solidaritäts- und Kohäsionsprogramm, das nach der Pandemie gestartet wurde und bis 2023 die Arbeiten am Wasser finanzieren wird Netze der wichtigsten Städte des Südens. Städte wie Enna und Palermo auf Sizilien und Neapel sollten ebenfalls davon profitieren, da Hunderte von Kilometern Aquädukte, aus denen Wasser austritt, modernisiert werden müssen.
Der Wasserspiegel des Flusses Po, des längsten Flusses Italiens, sank so tief, dass Salzwasser kilometerweit an der Mündung des Meeres in das Flussbett sickerte. Mancherorts ist das Niveau so niedrig wie seit 70 Jahren nicht mehr. Städte wie Pisa und Verona haben kürzlich die Wassernutzung eingeschränkt. Venedig und Mailand schalteten einige der Brunnen ab.