„James Dean of the East“-Schauspieler Peter Reusse ist gestorben
13.06.2022, 16:55
Der Schauspieler Peter Reusse schlug in der DDR eine Film- und Bühnenkarriere ein. In den 60er und 70er Jahren wurde er als „James Dean of the East“ bekannt. Nach der Wiedervereinigung spielte er an der Seite von Iris Berben, Nadja Tiller und Charles Aznavour. Nun ist er im Alter von 81 Jahren gestorben.
Der Schauspieler Peter Reusse ist gestorben, der am Samstag im Alter von 81 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit starb, wie die Familie mitteilte. Reusse verfolgte vor allem in der DDR eine Film- und Bühnenkarriere. Aufgrund der Jugend seiner Rollen in den 60er und 70er Jahren wurde er manchmal als “James Dean of the East” bezeichnet. Reusse kam aus Teltow.
Nach seinem Studium an der Filmhochschule Babelsberg spielte er in verschiedenen Theatern der DDR. 1970 wurde er festes Mitglied des Deutschen Theaters in Berlin. So spielte er beispielsweise Claudius in Shakespeares „Maß für Maß“, Lord Grey in „Richard III“. oder Glimkin in Gorkis „Die falsche Münze“. Reusse stand erstmals 1965 in Frank Vogels „Don’t Think, I’m Crying“ vor der Kamera. Nach den Testvorführungen landete der Film über die Probleme der Nachkriegsjugend in der DDR bis zur Wiedervereinigung im Giftschrank.
Zwölf Jahre vergingen bis zur nächsten Hauptrolle in einem Defa-Film. In der Komödie „Ein wahnsinniger Duft von frischem Heu“ von 1977 spielte er unter Roland Oehme einen LPG-Bauern und Parteisekretär. Reusse war auch in DDR-Fernsehproduktionen zu sehen. Der Schauspieler engagierte sich in der Wendezeit politisch und unterstützte den Stasi-Bürgerausschuss zur Aufklärung von Verbrechen. Nach der Einheit spielte er mit Iris Berben, Nadja Tiller und Charles Aznavour.
Das Jahr 1993 markierte einen tiefgreifenden Wendepunkt. Reusse brach im Deutschen Theater während der Proben zu “Der Mann aus dem Eis” zusammen. Es folgten Gedächtnisverlust, persönliche Krise und das Ende seiner Schauspielkarriere. In Reusse begann eine Zeit als Maler und Bildhauer, er schrieb Gedichte, Kurzgeschichten («Here and There and Down»), Romane, Drehbücher und Zeitungsartikel («The Ice Man Goes»). „Ich gehe jetzt“, sagte er einmal bei einer Lesung. Die Nachwendezeit lieferte Stoff für mehrere Manuskripte, darunter die Filmkomödie „Late Answer“.