ARD-Doku von Lance Armstrong über die dunkelsten Stunden von Gegner Jan Ullrich: „Ich war bewusstlos ans Bett gefesselt“
In ihren aktiven Jahren als Radprofis haben Jan Ullrich und Lance Armstrong nichts verschenkt.
© epa Gero Breloer // Picture Alliance
25.06.2022, 20:13 2 Minuten Lesezeit
Vor 25 Jahren feierte Jan Ullrich seinen wohl größten Triumph: Er gewann die Tour de France. Nach dem Rennen kam der große Unfall. Eine neue Doku-Serie zeigt, wie sehr der einstige Radsport-Held wirklich gefallen ist.
Wenn sie in die Pedale traten, ermutigte sie die Welt. Legendär sind die Duelle zwischen Jan Ullrich und Lance Armstrong bei der Tour de France. Auf der Straße ergaben sie sich, drängten sich gegenseitig bis zum Zerreißen und darüber hinaus. Abseits der Strecke, wenn die Trikots herunter waren und die Fahrräder noch dran waren, waren die Radprofis Freunde. Freunde, die so gut waren, dass einer dem anderen zu Hilfe eilte, als die Sucht ihn auf die Knie zwang. Lance Armstrong hat nun in einer Dokumentation verraten, wie es war, seinen Freund in seiner dunkelsten Stunde zu sehen.
1997 schrieb Jan Ullrich Geschichte. Der Rostocker trug das Gelbe Trikot sicher ins Ziel und sicherte sich den Gesamtsieg der Tour de France. Anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums zeigt die ARD nun die mehrteilige Dokumentation „Being Jan Ullrich“. Es zeigt den ehemaligen Radprofi zur Zeit seiner größten Erfolge, aber auch seines Sturzes. Nachdem Ullrich seine aktive Karriere beendet hatte, verirrte er sich in die Sucht und sorgte weiterhin für Schlagzeilen. „Ich war auf dem Weg von Marco Pantani. Fast tot“, sagte Ulrich im vergangenen Herbst in einem Podcast zu Lance Armstrong. Pantani starb 2004 an einer Überdosis Kokain. Schon damals sagte Ullrich, es seien seine Freunde gewesen, die ihn gerettet hätten. „Gute Freunde wie du haben mich wieder zum Leben erweckt“, sagte er.
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Armstrong über Jan Ullrich: „Wir kennen alle verrückte Freunde“
Die neue Dokumentation macht auch deutlich, wie dramatisch die Situation des einstigen Erfolgssportlers war. Viele von Ullrichs Kollegen sagen ihre. Neben Ex-Trainern und ehemaligen Mitspielern sind auch Sponsoren, Betreuer, Journalisten und natürlich Freunde dabei. So auch Lance Armstrong. „Es hat mir Angst gemacht, sonst niemand. Dieser Mann hat mich früh aufstehen lassen. Es hat mein Leben verändert“, erinnert er sich an die große Rivalität zwischen den beiden. Aber es erinnert auch an andere Zeiten, Zeiten fernab von Glanz und Gloria.
Vor vier Jahren besuchte er Ullrich in einer Reha-Klinik. „Ich wusste nicht, dass er kommt, ich wusste nicht, wohin er geht“, berichtet der Amerikaner. „Wir alle kennen einige verrückte Freunde. Aber ich hatte noch niemanden in diesem Zustand gesehen.“ Ullrich fand ihn gleichermaßen „stark“ und „fremd“. Dort sah er etwas, was er noch nie zuvor gesehen hatte. Doch das war nicht der Tiefpunkt, der zwei Jahre später folgte. Damals, nach den Krawallen, landete Ullrich mit einem Flugzeug in einer mexikanischen Klinik. Armstrong flog dorthin und fand den Freund in einem traurigen Zustand. „Ich lag bewusstlos im Bett“, sagte Armstrong. Es war das Schlimmste. Laut Armstrong hat Ullrich noch einen langen Weg vor sich.
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Die fünfteilige Dokumentation „Being Jan Ullrich“ ist in der ARD-Mediathek abrufbar.
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