25. Juli 2022 um 06:56 Uhr
Weiße holzgetäfelte Häuser vor dunklen Wäldern, Tankstellen und Leuchttürmen. Segelboote, Kinos, scheinbar endlose Straßen und Bahnübergänge. Motels, Restaurants und Reklametafeln. Vor allem: melancholische Menschen, die an den Türen warten oder sehnsüchtig auf die Innenräume mit großen Fenstern blicken.
Seit ich mit 13 Jahren zum ersten Mal alleine den Ozean nach Amerika überquerte, um meinen ausgewanderten Onkel zu besuchen, verbinde ich dieses Land mit dem Maler Edward Hopper. Heute kann ich nicht umhin, ein Restaurant in Manhattan oder einen Leuchtturm an der Küste von Long Island mit den Augen dieses Künstlers zu sehen, der sich als Maler der amerikanischen Seele in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Wenn ich mir Filme ansehe, fühle ich mich oft wie in Hoppers Einstellungen.
Das ist sicherlich kein Zufall, denn Hopper, der ein großer Filmfan war, hat bis heute einen großen Einfluss auf Hollywood und die Welt des Kinos. Alfred Hitchcock ließ sich für sein gruseliges Bates Motel im Film „Psycho“ von Hoppers „House by the Railroad“ inspirieren. Das Bild von 1925 zeigt ein einsames viktorianisches Haus neben einer Bahnlinie. Ein eigentlich harmloses Motiv, das durch die kühle blaugraue Farbgebung, das weißliche Licht, das Schatten wirft, die Bahngleise, die menschenleere Gegend und den Blick von unten zu etwas völlig Fremdem wird.
Für Hopper, der jahrelang als Illustrator seinen Lebensunterhalt verdiente, markiert dieses „Haus am Bahndamm“ den Durchbruch als freischaffender Künstler. 1930 nahm das Museum of Modern Art in New York es als erstes Gemälde in seine ständige Sammlung auf. Doch selbst zum Zeitpunkt seiner ersten Einzelausstellung nach dem MoMA wurde noch heftig darüber diskutiert, ob seine Bilder modern genug seien, um in diesem Museum ausgestellt zu werden.
Ich interessiere mich für Hopper, weil er ein so einprägsames Bild geschaffen hat, das Menschen anspricht, egal ob sie sich für Kunst interessieren oder nicht. Ebenso beeindruckt bin ich von seiner unerschütterlichen Haltung gegenüber seinem eigenen Weg. Obwohl seine gegenständliche Malerei völlig gegen den Zeitgeist verstieß und teilweise heftig kritisiert wurde, blieb er ihr Zeit seines Lebens treu. Weil er wusste, dass sie ganz ihm gehörte.
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Composer: Bernard HerrmannArranger: Christoph Enzel /Arrangement album: SAXOPHONE CINEMA – SELMER SAXHARMONIC/MILAN TURKOVIC* Prelude (00:01:52)Title: Psycho – Themes adgln.Film / Arrangement for 12 saxophones: Sax Turkolmer: SaxTurkovic Reader:00: 01:52 00 minTag: MDG-Szene 61018522
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